Ein stiller Ort voller Würde
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Unser Besuch im Bestattungsunternehmen Onno Haak in Esens
Gemeinsam mit meiner Religionsklasse von Frau Roolfs besuchten wir während der Religionsstunde das Bestattungsunternehmen Onno Haak in Esens. Am Morgen kamen wir mit einem gemischten Gefühl dort an. Man besucht nicht jeden Tag einen Ort, an dem es um den Tod geht, und deshalb war eine gewisse Unsicherheit spürbar. Auch ich war nachdenklich, da der Tod für mich bisher kein Thema war, mit dem ich mich bewusst beschäftigt habe. Schon beim Betreten des großen Saales änderte sich dieses Gefühl. Von Anfang an wurde uns eine Atmosphäre von Stille, Ruhe und Respekt vermittelt. Der Raum strahlte Würde aus, und man fühlte sich dort gut aufgehoben. Mir wurde klar, dass dieser Ort nicht nur für Abschiede da ist, sondern auch Trost geben soll.
Im Anschluss durften wir die Räume besichtigen, in denen die Verstorbenen aufbewahrt und für ihre letzte Reise vorbereitet werden. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas fühlte sich alles sehr selbstverständlich, sauber und respektvoll an. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass auch nach dem Tod mit dem Menschen achtsam umgegangen wird. Danach folgte der Raum mit den Särgen. Auch hier herrschte eine ruhige und angenehme Stimmung. Man konnte deutlich sehen, wie würdevoll mit diesem sensiblen Bereich umgegangen wird. In diesem Moment habe ich darüber nachgedacht, dass jeder Mensch einmal an diesen Punkt kommt und dass Abschiednehmen ein Teil des Lebens ist.
Uns wurde außerdem erklärt, welche Aufgaben ein Bestatter hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Einfühlungsvermögen dieser Beruf erfordert. Sehr bewegt war ich bei dem Gedanken an Situationen, in denen Kinder sterben. Das hat mich tief berührt, weil ich mir so etwas kaum vorstellen kann. Gerade deshalb habe ich großen Respekt vor Menschen, die Familien in solchen schweren Momenten begleiten und unterstützen.
Aus dem Besuch habe ich mitgenommen, dass man als Bestatter mental sehr stark sein muss. Es ist ein Beruf, der ganz anders ist, als man ihn sich oft vorstellt. Neben traurigen Momenten gibt es auch viele bedeutungsvolle Augenblicke, in denen Menschen Halt gegeben und auf ihrem Weg begleitet werden. Am meisten hat mich der Gedanke berührt, dass Bestatter Menschen auf ihrer letzten Reise begleiten und dabei helfen, Abschied zu nehmen. Gleichzeitig sind sie für die Angehörigen da und geben Halt in einer schweren Zeit. Das zeigt, wie wichtig diese Arbeit für unsere Gesellschaft ist.
Für mich war dieser Besuch eine sehr wichtige Erfahrung. Er hat mir gezeigt, dass der Tod zum Leben dazugehört und dass man ihm mit Respekt begegnen sollte. Auch am Ende des Lebens wird der Mensch würdevoll begleitet, und genau das habe ich aus diesem Besuch
mitgenommen.
Liebe Frau Haak, vielen Dank, dass Sie sich so viel Zeit für uns genommen haben und uns mit Ihrer herzlichen Art so viele interessante Einblicke und Erklärungen gegeben haben.
Text und Bilder: Janis Hatos
















