Eine Woche Plasencia als gutes Beispiel für gelebte Integration

Am 23.02.2026 brachen wir – 17 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8S1 und 8S2 – für eine Woche mit Frau Weissig und Frau Harms auf in Richtung Plasencia in Spanien.

Wir hatten eine große Aufgabe im Gepäck: Unter dem Projektnamen „Integración y Cooperación Intercultural“ setzten wir uns zum Ziel, mit den Schülerinnen und Schülern des IES Valle del Jerte die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Plasencia und in Esens zu untersuchen und auf diese Weise Toleranz und Empathie unter allen Beteiligten zu fördern.

Die Schülermobilität wurde im Rahmen von Erasmus+ durchgeführt, einem Programm, das von der Europäischen Union finanziell unterstützt und gefördert wird.

Wir erschlossen unser Projektthema in mehreren Etappen. Nachdem wir bereits in Esens mehrere Videokonferenzen durchgeführt hatten, um unsere ProjektpartnerInnen kennenzulernen, Präsentationen zu gemeinsamen Zielen und Arbeitsschwerpunkten zu erarbeiten und Interviewfragen vorzubereiten, wurden wir vor Ort durch die Schulleitung begrüßt und stellten dieser unsere Präsentationen zum Projektthema auf Spanisch vor. Im Anschluss erfolgte ein Stadtrundgang durch Plasencias Altstadt, bei dem wir in kleinen spanisch-deutschen Schülergruppen verschiedene Stationen erkundeten und uns beim Lösen der Aufgaben auf Spanisch und Englisch austauschten.

Anschließend wurden wir vom Bürgermeister und vom Migrationsbeauftragten der Stadt begrüßt und hörten einen sehr informativen Vortrag zum Thema „Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Plasencia“.

Mit diesem Vorwissen stellten wir im zweiten Teil MitarbeiterInnen der Stadt die zuvor vorbereiteten Interviewfragen zu Fördermaßnahmen zur Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Besonders beeindruckt waren wir aber vom Angebot der Schule „Valle del Jerte“. Wir waren erstaunt, wie viele Integrationsangebote es für Migrantinnen und Migranten gibt. Die Schule bietet zusätzliche Sprachkurse, Förderstunden und spezielle Programme an, damit sich alle willkommen fühlen und gut mitkommen können. Es gibt Projekte, bei denen spanische Schülerinnen und Schüler Patenschaften übernehmen und Neuankömmlingen helfen, sich einzuleben. Niemand wird hier allein gelassen – das finden wir wirklich toll! Auf diese Weise haben wir gelernt, wie wichtig Zusammenhalt, Offenheit und Respekt sind und dass Vielfalt eine Stärke ist.

In den nächsten Tagen setzten wir unsere Projektarbeit an zwei außerschulischen Lernorten fort. Zunächst fuhren wir in den nahegelegenen Nationalpark Monfragüe. Durch kooperative Tätigkeiten wie Paddeln und Klettern unterstützten wir uns gegenseitig und zeigten damit, dass Integration von benachteiligten Jugendlichen auch außerhalb des Schulgeländes erfolgen kann. Angekommen an unserem Zielort, der historischen Festung Castillo de Monfragüe, erarbeiteten wir in spanisch-deutschen Kleingruppen Möglichkeiten für unser eigenes politisches und soziales Engagement für Benachteiligte. Auf diese Weise erfuhren wir, dass Kooperationsfähigkeit und gegenseitige Unterstützung über Landesgrenzen hinweg essenziell sind, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Durch den Besuch des Zentrums DIVIERTT und der Via Verde, einem weiteren außerschulischen Lernort in der Extremadura, wurde unser soziales Engagement weiter vertieft.

Zur Ergebnissicherung für unser Projekt stellten sich Mira, Marlena und Joost stellvertretend für unsere Gruppe den Fragen der spanischen Schülerinnen und Schüler und beantworteten diese in einem Podcast, der später im Schülerradio veröffentlicht wurde.

Am Ende der Woche organisierten wir gemeinsam ein „Kulturfestival“ mit den spanischen Familien, dem Migrationsbeauftragten sowie den Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Durch die Vorbereitung eines gemeinsamen Tanzprojektes förderten wir die Kooperation und Integration. Dabei konnten wir auf die Unterstützung älterer Lehrkräfte mit Tanzerfahrung zurückgreifen und so zusätzlich die generationenübergreifende Akzeptanz und Offenheit fördern.

Am 2.03. ging es zurück ins heimische Esens mit vielen neuen Bildern und Eindrücken von gelebter Integration in einem europäischen Land, dessen Sprache und Kultur wir nun viel besser verstehen als zuvor. ¡Gracias, Erasmus!

Text und Bilder: Teilnehmende SchülerInnen der 8S1 und 8S2, Claudia Weissig, Tanja Harms