Bericht über die Exkursion nach Verdun

Die Sonne scheint und die Vögel zwitschern… und unter unseren Füßen erstreckt sich ein Gräberfeld von ungeheuren Ausmaßen. Unser Besuch im (Ge-)Beinhaus von Douaumont entbehrt deswegen nicht einer gewissen Makaberität, könnte man sagen. Trotz dieser Widersprüchlichkeit lassen wir uns vom einfühlsamen Dokumentationsfilm in das Thema einführen und erleben die „Hölle von Verdun“, exakt 100 Jahre später, am historischen Ort sozusagen live, in all seiner Schrecklichkeit: Die Namen der über 130.000 Getöteten, das gewaltige Gräberfeld, die durch Fenster zu betrachtenden Gebeine der an der Schlacht von Verdun Beteiligten und die Trichterlandschaft zeugen von diesem symbolträchtigen Ereignis des Stellungskrieges 1916 zwischen Deutschen und Franzosen. Die Tatsache, dass wir hier nun stehen und gleichwertig mittrauern können und dürfen, ist der in all den Jahren gewachsenen Versöhnung zwischen den beiden Völkern geschuldet.

Am Nachmittag zuvor angekommen, hatten wir nach einer Wahnsinnstour von 10 Stunden mit dem Bus Verdun erreicht und trotzdem noch Zeit, einige Denkmäler und Sehenswürdigkeiten der Stadt, die 100 Jahre zuvor ebenfalls völlig zerstört worden war, aufzusuchen und uns auf den nächsten Tag vorzubereiten. Der Abend war zur freien Verfügung und Entspannung, was jedes Grüppchen auf seine Art nutzte (Es wird nicht aus dem Nähkästchen geplaudert!). Man lief sich allerdings im abendlichen Städtchen Verdun immer wieder über den Weg; so konnte nicht wirklich jemand verloren gehen und letztendlich fanden sich alle in der JHB ein, um auf den Zimmern noch mehr oder weniger lautstark beisammen zu sitzen.

Nach dem Frühstück ging es am nächsten Morgen zum 14 km entfernten Beinhaus, das in der Nähe des Forts Douaumont in den 1920ern errichtet worden und eine der zahlreichen Gedenkstätten Frankreichs an den „Grande Guerre“ ist. Nach dem Gang durch die große Wandelhalle mit den Namen der Gefallenen, die ins Gewölbe und in die Wände eingelassen sind, ging es in den Turm hinauf, der mit Exponaten des Krieges ausgestattet ist und oben bei den Glocken einen beeindruckenden Blick auf die zerstörte „Mondlandschaft“ frei gibt. Durch letztere sind wir nach einer Schweigeminute zu Ehren der Gefallenen noch auf einem kleinen Rundgang durch originale Schützengräben zum Fort gelaufen.

Und dann war es auch schon wieder Zeit, in den Bus zu steigen und die mindestens 10 – Stunden – Fahrt anzugehen. Mit vielen Eindrücken kommen wir nun nach Hause.

Text und Bild: Elise Bessert, 06.03.2026