Bericht vom 3. Tag der Talente

„Du taubengleiche Pfirsichtorte“ hörte ich zufällig noch, als ich in der Aula die Musical-AG unter der Leitung von Frau Lotzmann und Frau Mühlenbrock besuchte, die gerade eine Szene aufführte. Der Sultan huldigte seiner geliebten Frau. Das Musical „Aladin“ konnte mit allen daran Arbeitenden, also der Musical-AG, der Licht- und Tontechnik-AG und der Band zusammen einen ganzen Vormittag lang proben, eine Gelegenheit, die sich sonst nur am Wochenende ergibt. So kann man gemeinsam natürlich eine ganze Menge schaffen.
Im Workshop „ClickSafe“ mit Frau Frevert und Frau Uhrmacher arbeiteten die Kinder einen Reader durch, der sie mit den Möglichkeiten und den Gefahren der Internetnutzung vertraut machte, und schauten sich auch ein paar Kurzvideos zu dem Thema an. Gar nicht so leicht zu entscheiden, ob man einem Text oder einer Meldung vertrauen kann oder ob sie KI-generiert sind. Die Erkenntnis, dass es sehr viele Fake News gebe, wurde dann auch auf dem Evaluationsbogen oft vermerkt. Ein Teilnehmer fand das neue Wissen erstaunlich, dass heutzutage auch schon Busse mit KI fahren. Alle lernten die Möglichkeiten kennen, sich vor den Gefahren zu schützen, z.B. durch ein privates Profil oder durch das Vermeiden von Posts. Ein Teilnehmer hätte sich auch gut eine Plakatgestaltung zu dem Thema vorstellen können, aber dazu reichte die Zeit nicht mehr.
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„Chez le docteur“ war das Motto im Sprachendorf Französisch, das Frau Harms leitete. Und das konnte man wirklich sehen, denn die Kinder hatten sich in Ärzte und Schwestern verwandelt und einem Patienten wurde gerade eine Infusion gelegt! Tja, und jetzt mussten natürlich die Gespräche zwischen dem Arzt und dem Patienten auf Französisch stattfinden; dazu waren auch zwei Helfer aus der 8. Klasse anwesend, die als „native Speaker“ fungierten, damit es möglichst echt wirkte. Letztere waren sowieso persönlich involviert, weil es bald in den Austausch geht und ja durchaus mal ein Arztbesuch anstehen könnte! Alle Vokabeln, die man so brauchte, z.B. um Körperstellen zu bezeichnen oder Medikamenten-Dosierungen auf Französisch angeben zu können, mussten natürlich vorher auswendig gelernt und die Aussprache geübt werden.
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Im zweiten Sprachendorf mit der Fremdsprache Englisch unter der Leitung von Herrn Kortekamp waren gleich 4 Alltagssituationen von den Kindern selbst für Gespräche auf Englisch vorbereitet worden: Eine Zahnarztpraxis, ein Kleidergeschäft, ein Friseur und eine Bäckerei. Was habe ich gestaunt, wie einfallsreich die entsprechenden Gegenstände dort aus Papier gebastelt und angemalt worden sind! Da gab es Bohrer und Spiegel für die Zahnarztpraxis, alle möglichen Haar- und Gesicht – Wellnessprodukte, viele schreiend bunte Klamotten und in der Bäckerei sogar eine Kaffeemaschine, die täuschend echt langsam Kaffee in den Becher rinnen ließ.
Im Workshop „Kinderchor“ unter der Leitung von Frau Janssen kam ich gerade zur Erholungspause zurecht, in der zur Entspannung ein paar Songs aus dem Film „Die Schule der magischen Tiere“ im Karaoke-Modus gesungen wurden. Zuvor hatte man hart an zweistimmigen Liedern, passend zum Frühling, geübt. Ich konnte mir Aufnahmen davon anhören: Alle Vögel sind schon da“ und – nicht nur die Vögel sangen in den höchsten Tönen! Atemübungen vorher sind da das Non-plus-ultra! Eine Teilnehmerin merkte auf dem Evaluationsbogen dann auch an, was sie heute dazugelernt habe, sei, dass man auch in den Rücken atmen könne!
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„Du spielst wohl keine Computergames?“, fragte mich der Leiter Herr Landgraf vom Workshop „Scratch“, weil ich nicht wusste, was „Asteroids“ ist, als die Schülerinnen und Schüler mir erzählten, dass sie ein Spiel solcherart gerade selbst mit der Software „Scratch“ programmierten.
Beeindruckend! Und zudem auffällig still im Arbeitsraum…Höchste Konzentration ist gefragt, sonst hat man wieder einen Befehl vergessen und das Raumschiff kann den Asteroiden nicht ausweichen. Geübt haben sie aber zuvor an einem anderen Szenario: Sie haben einen „Rasenmäher“, den sie am Bildschirm mit Hilfe von geschriebenen Befehlen über den Rasen geschickt haben, so programmiert, dass er selbstständig Hindernissen ausweicht.
Bei dem Workshop „Codes-Geheime Nachrichten“ bei Frau Weissig wurden wieder die unterschiedlichsten Geheimsprachen kennengelernt und angewendet: die Flaggensprache, der Caesar-Code oder die Blindenschrift und zum Beispiel der anspruchsvolle Lochschablonen-Code, bei dem ich die Gruppe gerade überraschte. Letzterer ist richtig anstrengend, sowohl Schablonen für die Anwendung zu erstellen, wenn man selbst Nachrichten schreibt, als vor allem auch, sie von den anderen lesen zu können, zu decodieren. Welches System steckt dahinter? Welche Schablone könnte man anlegen? Viel Denkarbeit!
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Ganz im Thema des Karnevals standen die Kurz-Theaterstücke, die im „Theater-Workshop“ unter der Leitung von Frau Grewe und vielen Helfern aus ihrer Theater-AG erarbeitet und aufgeführt wurden: „Karneval ist für alle da“, „Kostümia“ und „Der Zauber vom Karneval“ hießen die von einigen Helfern selbst geschriebenen, sehr kurzweiligen Stücke, die sogar problemlos Szenenwechsel integrierten und alle drei auch eine Lehre oder Moral enthielten. Niemand solle ausgegrenzt werden, man solle an sich glauben, dann überwinde man auch scheinbar unüberwindliche Probleme und des Nachts können die Träume von Zauberwelten manchmal echt real sein! Die Zuschauer waren mit Recht begeistert, dass die Bühne in so kurzer Zeit aus den jungen Laienschauspielern von den Grundschulen und vom NIGE so viel Freude am Rollenspiel und so große Leistungen herausholte!
Im Workshop „3-D-Druck“ bei Herrn Berghem drehte sich bereits am Dienstag alles um Kreativität und Knowhow, denn zunächst wurde für die unterschiedlichsten Wunschdinge am Computer ein Modell erstellt, z.B. für einen Handyhalter. Im nächsten Schritt dann mussten die korrekten Befehle an den Drucker exportiert werden und dann hieß es warten auf den Druck. Das geht natürlich noch langsam vonstatten. Denn bei der additiven Fertigung wird Schicht um Schicht vom Drucker aufgebaut, um letztendlich einen dreidimensionalen Gegenstand zu gewinnen.
Ein großes Dankeschön an alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen und die vielen Schülerhelfer, die zum einen entlasteten, zum anderen auch selbst sicherlich Erfahrungen gemacht haben, die sie in Zukunft für sich nutzen können! Ebenso ein großes Dankeschön an den Vertretungsplan und die vertretenden Kolleginnen und Kollegen und an alle für ihre Geduld bei diesem Ausnahmetag!
Text und Bilder: Elise Bessert






















