Das Andere Leben

 

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Foto: Klaus Händel

Was bringt 150 Schüler des 10. Jahrgangs dazu, sich 90 Minuten ganz still zu verhalten, um hochkonzentriert und gespannt in der Aula einem Vortrag zu lauschen?

DAS ANDERE LEBEN

ein Holocaust Überlebender bringt im Rahmen der deutschlandweiten Initiative seine Botschaft auch an das NIGE

Die Fachschaft Geschichte hat sich intensiv um diesen Besuch für den 10. Jahrgang bemüht und ihn dementsprechend vorbereitet.

In Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium besuchte Herr Jakob Odinius, Träger des Bundesverdienstkreuzes die Schulen in Deutschland und übermittelt die Botschaft des Holocaust Überlebenden Solly Ganor am Mittwochvormittag das NIGE und die Lehrer und Schüler waren dankbar für diese Form von Bildung und Vermittlung von Werten. „Bildet Euch eine eigene Meinung, hinterfragt Informationen kritisch, toleriert auch fremde Meiningen. Nur so könnt Ihr Demokratie schützen!“ Diese Botschaft der deutschlandweiten Bildungsinitiative „DAS ANDERE LEBEN“ lag Solly Ganor sehr am Herzen, sie den Jugendlichen verständlich zu machen, ihnen transparent zu machen, wie wichtig es ist, kritisch zu hinterfragen und eine eigene Meinung zu bilden.

Sally wird als 13jähriger verschleppt, als die Deutschen in seine Heimatstadt Kaunas/Litauen einfallen und muss mit ansehen, wie Familienangehörigen, Freunde und Bekannte in Ghettos gebracht und bei zahlreichen Aktionen ermordet werden. Er wird in ein Arbeitslager zusammen mit seinem Vater nach Dachau deportiert, wo er als Zwangsarbeiter an einem Bunkerbau beteiligt ist. Mit wenigen Häftlingen wird er kurz vor dem Anrücken der Alliierten auf einen der Todesmärsche geschickt und am 2. Mai von amerikanischen Soldaten befreit.

Herr Odinnius , der als Stabsoffizier der Bundeswehr im ehemaligen Bunker Weinberg II in Landsberg für Erinnerungsarbeit tätig war, hat durch die langjährige Freundschaft und Arbeit mit Solly Ganor , der heute mit über 85 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die Schulen besuchen kann, dessen Aufgaben übernommen und im Namen von Solly Ganor will er dessen Botschaft weitertragen, um das Bewusstsein der Jugendlichen zum Schutz der Freiheit und Demokratie zu schärfen.

Sein Vortrag begann mit einer Szene aus einem Spielbergfilm, der das Elend der Lageröffnung Auschwitz durch die Alliierten zeigte und führte dann weiter zu der Erzählung von Sollys Kindheit, untermauert mit Zitaten und Episoden, die das unbeschwerte Leben des Jungen reflektierten, bis zu seiner Verschleppung und sein Kampf um das Überleben. Der Vortrag endete mit Dokumentarszenen aus einem Vernichtungslager. Der Appell war bei jedem Zuhörer angekommen: Freiheit zu bewahren und kein Unrecht geschehen lassen.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal ein großes Kompliment an unsere Schülerinnen und Schüler weitergeben, die sich so vorbildhaft bei dieser Veranstaltung verhalten haben und von denen Herr Odinius bemerkte, der ja nun viele Schultermine wahrnimmt, eine Schülergruppe, die solch ein hervorragendes Verhalten bei seiner Veranstaltung an den Tag gelegt habe, habe er noch nie erlebt. 29.06.2014 K. Schwaermer

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