„Wir sind alle ein wenig verrückt“
Foto und Text VON GERHARD G. FRERICHS Mit stehenden Ovationen und tosendem Beifall honorierten 250 Premierenbesucher die gelungene Inszenierung von „Alice im Wunderland“, die die Schüler der Jahrgänge fünf bis zwölf von der Musical-AG des Ni NIGE in ihrer Schulaula zur Aufführung brachten.
Fast ein Jahr haben sie geprobt, die 21 Schauspieler, Sänger und Tänzer auf der Bühne, weitere neun Bandmitglieder unter der Leitung von Dirk Matulla auf dem Podest dicht daneben an acht Instrumenten spielend sowie sechs Ton- und Lichttechniker unter der Leitung von Knut Blancke. Daneben bauten drei Schüler das interessante und wechselnde Bühnenbild, Annemone Rassow schneiderte wundervolle Kostüme, Laura Konken schuf die Choreographie und Annika Morhaus unterstützte beim Gesang.
Am Sonnabend, nach vielen Proben, war es dann soweit: In der vollbesetzten Aula des NIGE präsentierte das Gesamtensemble der Musical-AG recht professionell ihr neuestes Werk „Alice“. Unter der Regie von Anna-Lena Klaaßens und Jantke Geiken entstand dabei ein unterhaltsamer und zugleich farbenfroher Zweiakter, der das Premierenpublikum mit in das etwas verworrene „Wunderland“ führte.
Zwar diente die Version des bekannten Kinderbuches aus dem Jahre 1865 sowie der Musicaltext und die Musik von Lewis Caroll dem Ensemble als Vorlage, doch haben die Regisseurinnen daraus ein eigenes, das nun mehr in fünf Jahren fünfte „NIGE-Stück“ gemacht, das auf das Angenehmste für eine rund zweistündige Unterhaltung sorgte. Auf der Bühne agierte an diesem Abend Hauptdarstellerin Lea Bartelt als „Alice“. Bei den weiteren Aufführungen ist auch Laura Soons in dieser recht umfangreichen Rolle zu sehen.
Aus dem Publikum heraus, dem geheimnisvollen weißen und stets hektisch agierenden Kaninchen (Uta Rassow) folgend, gelangt Alice geradewegs in die Verwaltungszentrale des „Wunderlandes“.
Die Wunderlandbewohner, unter anderem der Faselhase (Carina Abken), Krabbe (Lucas Kozak), Ente (Feemke Paschke), Maus (Michelle Post), Adlerjunges (Nantke 0ldewurtel) und Papagei (Tom Kröger) bringen Alice dazu, sich ihr eigenes „Wunderland“ zu wünschen. Und so verwandelte sich die Verwaltungszentrale dann auch in Windeseile in einen blühenden Garten mit fantasievollen Bäumen.
Im Dialog mit der blauen Raupe (Hendrik Siemens) gelang es, dass sich die eingeschüchterte Alice nach und nach „cooler“ fühlt. Auf ihrem Weg, der mit der Aufgabe „den Himmel im Garten der Königin anzumalen“ versehen war, stößt sie auf eine „verrückte Teeparty“, wo unter anderem der verrückte Hutmacher (Lea Stöter) sowie das Murmeltier (Loren Szczesny) wieder für totale Verwirrung sorgen. Auch die Zwillinge „Zwiddeldum“ (Lina Tusche) und „Zwiddeldei“ (Lilly Tusche) verstehen es grandios, das Weltbild von Alice wieder gehörig auf den Kopf zu stellen.
Eine beeindruckende Szene ergab sich beim Zusammentreffen von Alice mit dem Greif (Mareike Sander) und der Suppenschildkröte (Eva Rassow). Hier wurde beim umstreichen von weißen Blumen mit roter Farbe gezeigt, wie Alice nun den Himmel anmalen kann.
Als dann die Herzogin (Anna Konken), die Köchin (Angelina Eilts) und die Honigkuchenkatze (Emily Kröger) erscheinen, ist die Zeit reif für den Auftritt der forsch und dominant agierenden Herzkönigin (Wencke Lühring) und ihres Mannes, dem König (Kai Uffenbrink).
Es kommt zum Cricketspiel und später zur Gerichtsverhandlung, die jedoch mit der Erkenntnis von Alice endet: „Wir sind alle ein wenig verrückt – und das ist auch gut so.“
Weitere Aufführungen der Musical-AG sind Montag, 23. Mai, um 19.30 Uhr sowie am Sonnabend, 28. Mai, ebenfalls um 19.30 Uhr in der NIGE-Aula zu sehen.
Nach einem Artikel aus dem Anzeiger für Harlingerland vom 23.Mai 2016















