Help-Projekt: Schüler*innen der 11a und 11e sammeln für die Obdachlosenhilfe Aurich
Am 13. und 14. März 2025 fand am Niedersächsischen Internatsgymnasium Esens mit den Klassen 11a und 11e das Planspiel h.e.l.p. statt, welches im Rahmen der Kampagne „Humanitäre Schule“ vom Deutschen Jugendrotkreuz (DJRK) angeboten wird. Geleitet und organisiert wurde das Projekt von Anna-Charlotte Kirchner und Lea Habben aus dem Jahrgang 12, die im vorherigen Jahr vom DJRK zu sogenannten „Scouts“ ausgebildet worden waren. Unterstützung erhielten sie dabei von Herrn Stekker und Herrn Wild.
Der erste Teil des Projekts bestand aus einem umfangreichen Planspiel, welches zwei Tage dauerte. Die Schüler*innen übernahmen die Rollen von Vertreter*innen verschiedener Länder und Regionen und setzten sich in diesem Rahmen mit einem komplexen internationalen Konflikt auseinander. Als Konfliktparteien sind das Land Malea, die Provinz Lufar sowie das Nachbarland Nongi, den asiatischen Staat Bonin, Deutschland und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zu nennen.
Im Zentrum des Konflikts stand die Ausbeutung von Lufars Ölvorkommen durch Malea, das die Ressourcen gewinnbringend an Bonin verkaufte. Dies führte zu einem Bürgerkrieg in Malea und zu einer zunehmenden Zahl an Geflüchteten, die ins Nachbarland Nongi strömten. Dort drohte eine humanitäre Katastrophe. Deutschland und das IKRK nahmen vermittelnde Positionen ein und sollten durch Gespräche und Abkommen versuchen den Konflikt zu einer friedlichen Lösung zu führen.
Die Teilnehmer*innen wurden dazu in Teams aufgeteilt, die jeweils ein Land oder eine Interessengruppe repräsentierten. Ihre Aufgabe war es, Strategien zu entwickeln, Verhandlungen zu führen und Lösungen für die Krise zu erarbeiten. Gleichzeitig versorgte ein Presseteam alle Beteiligten regelmäßig mit neuen Informationen und aktuellen Entwicklungen.
Die Simulation stellte hohe Anforderungen an die Schüler*innen: Sie mussten politische und diplomatische Zusammenhänge analysieren, Verhandlungsstrategien entwickeln und Kompromisse finden – immer mit dem Ziel, eine friedliche Lösung zu erreichen. Dabei lernten sie nicht nur, wie internationale Beziehungen funktionieren, sondern auch, wie wichtig Kommunikation, Vertrauen und Kreativität im Umgang mit globalen Konflikten sind. Zudem zeigte sich, wie abhängig auch die Pressearbeit von der Kooperationsbereitschaft anderer Parteien ist.
Am Ende der Simulation gab es eine große Abschlussdiskussion, bei der alle Delegationen ihre Positionen noch einmal vorstellen konnten. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt.
Der zweite Teil der Kampagne bestand aus der Umsetzung eines humanitären Projekts. Dafür wurden beim musikalischen Abend und am Elternsprechtag Kuchen, Crêpes, Waffeln, Getränke, Eis, Brezeln, Pizzabrötchen und weitere Leckereien verkauft, um eine möglichst hohe Spende dem Tagesaufenthalt für Wohnungslose in Aurich zukommen lassen zu können.
Am 19.6.2025 besuchten dann einige interessierte Schüler*innen der Projektklassen zusammen mit den beiden betreuenden Lehrkräften Herr Stekker und Herr Wild die Einrichtung. Vor Ort konnte dem Leiter der Einrichtung, Herr Mandt, dann eine Spende in Höhe von 600 Euro übergeben werden. In diesem Rahmen bekamen die Schüler*innen einen interessanten Einblick in die Einrichtung.
Diese bietet wohnungslosen und bedürftigen Menschen von montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr einen sicheren Tagesaufenthalt mitten in der Stadt. Die Einrichtung stellt viele Angebote zur Verfügung: Es gibt Frühstück und gegen einen kleinen Unkostenbetrag ein warmes Mittagessen. Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist besonders die Möglichkeit wichtig, dort eine Postadresse zu erhalten, welche für Bewerbungsschreiben und die Eröffnung eines Bankkontos unabdingbar ist. Ein weiteres wichtiges Angebot ist die Unterstützung bei Fragen rund um Sozialleistungen, Wohnungssuche, Schulden oder Suchtproblemen. Das Team besteht aus Fachkräften und Ehrenamtlichen.
Die Obdachlosenhilfe Aurich ist somit ein wichtiger Ort der Unterstützung und Menschlichkeit für viele Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Text und Bilder: Matthias Wild
















