Erasmus-Gegenbesuch aus Frankreich

Nach dem erfolgreichen Projekttreffen in Cerisy-la-Salle/Normandie im März durfte das NIGE vom 17. bis 24. Juni die 26 französischen Austauschschülerinnen und -schüler zum Gegenbesuch in Ostfriesland begrüßen. Auch dieser fand im Rahmen des von der Europäischen Union finanziell unterstützten und geförderten Projekts Erasmus+ statt. Gemeinsam setzten die Jugendlichen ihre Arbeit am Thema „Facing Climate Change Together“ fort und vertieften dabei nicht nur ihre Kenntnisse zum Klimawandel, sondern auch ihre deutsch-französischen Freundschaften.

Beim offiziellen Empfang am NIGE und der Erkundung des schulischen Umfelds sowie der Esenser Innenstadt lernten sich die beiden Gruppen am ersten Tag noch besser kennen. Im Mittelpunkt der Woche stand dann die gemeinsame Projektarbeit zum Thema Nachhaltigkeit.

Zunächst verglichen die Schülerinnen und Schüler ökologische Aspekte des Schullebens am NIGE mit ihren Erfahrungen am Collège Anne Heurgon-Desjardins in Cerisy-la-Salle. In internationalen Gruppen diskutierten sie Themen wie Mobilität, Mülltrennung und Recycling, Energieverbrauch, nachhaltige Ernährung sowie Umweltbewusstsein im Schulalltag. Dabei wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich herausgearbeitet und mit der Gestaltung von Plakaten gemeinsam Ideen entwickelt, wie Schülerinnen und Schüler zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen können.

Ein besonderer Höhepunkt der Woche war der Besuch des Klimahauses in Bremerhaven. Die interaktive Reise entlang des achten Längengrads machte die unterschiedlichen Klimazonen der Erde unmittelbar erlebbar und verdeutlichte eindrucksvoll die weltweiten Folgen des Klimawandels. Besonders die immersive Gestaltung der Ausstellung sowie die Sonderausstellung zu extremen Wetterereignissen begeisterten viele Schülerinnen und Schüler und regten sie zum Nachdenken an.

Auch eine Exkursion nach Langeoog lieferte interessante Eindrücke zum Projektthema. Bei einer Rallye beschäftigten sich die deutsch-französischen Teams mit Küstenschutz, Dünen als natürlichem Schutz vor Sturmfluten, den Auswirkungen des Klimawandels auf Inselökosysteme sowie nachhaltigem Tourismus auf der autofreien Nordseeinsel. Die gesammelten Beobachtungen wurden in den Folgetagen theoretisch vertieft, ausgewertet und für Präsentationen, kurze Videobeiträge und die Erstellung eines E-Books genutzt.

Neben der gemeinsamen Projektarbeit führte auch das Zusammenleben in den Gastfamilien zu vielfältigen neuen Erfahrungen. Trotz unterschiedlicher Muttersprachen und Sprachniveaus gelang die Verständigung mit viel Offenheit, Flexibilität und einer Mischung aus Französisch, Englisch, Deutsch und der einen oder anderen digitalen Übersetzungshilfe. So wurden in Frankreich angebahnte Freundschaften vertieft und ein intensiver kultureller Austausch ermöglicht.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, dass neben den fachlichen Erkenntnissen vor allem das gemeinsame Lernen und Erleben in Erinnerung bleiben wird. So machte dieses Erasmus-Projekt einmal mehr deutlich, dass internationale Zusammenarbeit und persönliche Begegnungen wichtige Voraussetzungen sind, um globale Herausforderungen wie den Klimawandel gemeinsam anzugehen.

Text und Fotos: Hannah Geistert