Bericht über die Wochenend-Akademie vom 07. und 08.03.2025

Was ist ein „Schinkenschuss“? Tja, das ist das, was ICH während der Wochenend-Akademie gelernt habe… und zwar in den Pausen auf dem Soccercourt, womit die Fußballspieler Fehlverhalten geahndet haben…interessant!

Aber natürlich sind in den 6 Workshops mit ca. 50 Kindern/Jugendlichen weitaus anspruchsvollere Inhalte vermittelt und mit Freude am Samstag den Eltern präsentiert worden.

Erstaunlich, mit wieviel Eifer und Elan sowohl am Freitag als auch am Samstag in den Projekten intensiv experimentiert, Handschriften geübt, logisch gedacht, digitale Apps genutzt und Theater gespielt wurde.

Im Workshop „Handlettering“ bei Frau Dirks erlernten die Kinder Schritt für Schritt verschiedene Typografien und wendeten diese zunächst in gemeinsam und später in eigenständig erarbeiteten Schrift-Bild-Kompositionen an. Am zweiten Tag erstellten die Kinder ein eigenes Bullet Journal, u. a. mit einem Kalender und To-Do-Listen. Auch hier kamen wieder verschiedene Typografien und zuvor erlernte Verzierungen sowie auch unterschiedliche Werkmittel (z. B. Aquarellfarbe) zum Einsatz. Besonders die Hindernisse, die eine unruhige Hand verursacht, mussten überlistet werden, z.B. mittels „Durchpausen“ der Vorzeichnungen auf das Aquarellpapier am Fensterglas, um das Sonnenlicht auszunutzen.

Die kleine, aber feine Runde war bei meinen Besuchen stets höchst konzentriert dabei und hatte zum Schluss schöne Produkte vorzuweisen.

Ganz andere Anforderungen brachte der Workshop „Geheime Nachrichten“ bei Frau Weissig mit sich: Oder wusstet ihr, dass man auf dem Klavier seinen eigenen Namen spielen kann, wenn man die Noten wie einen Code benutzt? Auch lernten die Kinder, die Blindenschrift zu lesen, das Morsealphabet zu benutzen und mit dem Caesar-Code Nachrichten zu verschlüsseln. Außerdem kann man mit Fahnen ganze Nachrichten „versenden“, die international verstanden werden. Somit wurden ab sofort den „geheimen Nachrichten“ der Beteiligten Tür und Tor geöffnet und die Eltern bei der Präsentation auf die Probe gestellt, ob sie die Codes entschlüsseln konnten.

Im „Theater-Workshop“ bei Frau Mühlenbrock berichteten die Kinder begeistert darüber, wie sie mit den anderen zusammengearbeitet haben und dass das gut klappte; zudem lernten sie, laut und deutlich zu reden. Dabei halfen Lockerungs-, Konzentrations- und Stimmübungen zur Vorbereitung. So sind alle erfolgreich in Rollen geschlüpft und haben ein paar lustige Sketche aufgeführt, die dem begeisterten Publikum am Samstag präsentiert wurden (Stichworte für Eingeweihte: 28 Torten, an denen der Vater seinem Kind die Division erklären wollte, oder der Pfannkuchen, der ja schließlich auch keine Pfannen in sich hätte u.a.). Anspruchsvoll war laut der Evaluation eines Teilnehmers, dass man lernen musste, Gefühle echt zu spielen, damit sie einem auf der Bühne vom Publikum auch abgenommen werden. Das ist auf jeden Fall gelungen!

„Die Mutter fällt.“ – Nanu? Hoffentlich nicht, oder? Nein, das ist nur die Überschrift für einen Arbeitsauftrag beim Workshop „Freestyle Physics“ unter der Leitung von Tim Weyerts, bei dem die Kinder mit Hilfe von Papierflügeln eine Schraubenmutter möglichst langsam zu Boden fallen lassen sollten. Dann gab es noch weitere Challenges, bei denen Papier möglichst weit fliegen oder eine Papierbrücke gebaut werden musste, die unter bestimmten Bedingungen und Bewertungskriterien später auf ihre Belastbarkeit geprüft wurde. Es wurden Türme erstellt, so hoch, aber auch standfest wie möglich, und – besonders beliebt – Raketen aus Papier gebaut, die mit Luftdruck abgeschossen wurden und für viel Spaß sorgten!

„…dass ich ganz alleine einen Film erstellt habe“, schreibt ein Teilnehmer des „Stop-Motion-Film-Workshops“ bei Frau Menz. Mit Hilfe der Stop-Motion-App konnten die Filme aus aneinander gereihten Fotos zu einer zusammenhängenden Sequenz zusammengestellt und anschließend bearbeitet und vertont werden. Fast wie die Profis! Die Vorführung war dann auch ein voller Erfolg, weil sich die Kinder der unterschiedlichsten Hilfsmittel bedient haben und viele kreative Ideen hatten. Oder ist es etwa nicht lustig, wenn 6 Kinder nacheinander aus einem Sack gekrochen kommen und nach dem Schütteln noch ein Kind herausfällt? Und das alles wurde so gut geschnitten, dass es ohne großartiges Holpern oder Stocken abgespielt werden konnte. Toll !

Im Workshop Chemie – aktiv – bei Herrn Münster wurden die „Großen“ (10. Klasse) herausgefordert. Begeistert berichteten sie von den Freiräumen, die sie in der (geheiligten) „Chemie-Sammlung“ hatten, und von den vielen Versuchen, die sie in ihren Teams durchführen konnten. Dabei fanden sie heraus, wie sich mit gewöhnlichen Chemikalien ganz ohne Verbrennungsreaktionen Temperaturen bis zu 120°C erzeugen ließen. Aber auch Kältemischungen, die spontan auf -20°C kühlen, wurden erprobt. Neben Wärme wurden ausgewählte Gase näher untersucht. So konnten die Teams den Sauerstoffgehalt der Luft präzise bestimmen und die Einflüsse von Kohlenstoffdioxid auf die Ozeane wurde im Modellexperiment begreifbar.

Es sei generell eine tolle Atmosphäre gewesen und auch der Chemielehrer genoss offensichtlich das Arbeiten mit diesen engagierten Teilnehmern. Es war beeindruckend, mit welcher Hingabe das frisch erworbene Wissen den Eltern präsentiert wurde.

Ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten für dieses tolle Engagement am Wochenende zum Wohle der interessierten und lernhungrigen Schülerinnen und Schüler!

Text und Bilder: Elise Bessert