Chemie-Workshop im XLAB Göttingen

In den Herbstferien vom 20. bis 23. Oktober 2025 hatten die Schülerinnen Hannah Münster und Tida Heckmann die Gelegenheit an einem Workshop im XLAB der Universität Göttingen teilzunehmen. Der Workshop mit dem Titel „Polymere aus natürlichen und synthetischen Bausteinen“ und fand auf dem Uni-Campus im Fachbereich Chemie statt.

 Abb. 1 XLAB der Universität Göttingen

Herstellung von Kunststoffen

Kleine Moleküle werden durch chemische Reaktionen zu sehr großen Molekülen (Makromoleküle) verbunden. Wir haben praktisch gelernt, wie solche Makromoleküle entstehen und welche chemischen Prozesse dabei ablaufen. Dabei haben wir selbst verschiedene Kunststoffe durch radikalische Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition hergestellt. Die unterschiedliche Polymerisationsmethoden beeinflussen die Struktur und somit die Eigenschaften der Materialien.

Eigenschaften von Kunststoffen

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. So lassen sich die vielen Kunststoffe zunächst in drei Hauptgruppen einteilen: Thermoplaste, die sich bei Erwärmung verformen lassen, Duroplaste, die hart und stabil sind und Elastomere, die elastisch und dehnbar sind. Durch unsere Experimente konnten wir den Zusammenhang zwischen Aufbau und Eigenschaften dieser Materialien sehr gut nachvollziehen.

Nachhaltigkeit, Recycling und Analysen

Wir beschäftigten uns mit der Produktionskette von PVC (Polyvinylchlorid), sowohl auf Basis von Erdöl als auch mit nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem führten wir Trennverfahren wie Destillation, Zentrifugation und Filtration durch, um die Bestandteile von PVC-Werkstoffen verschiedener Rezepturen zu analysieren. Außerdem gewannen wir Cellulose aus Holz und recycelten bzw. upcycelten Polystyrol und PLA (Polylactide) zu Mikrofasern durch Elektrospinnen.

Abb. 2 Elektrospinnen – In einem starken elektrischen Feld, werden feinste Fasern des zuvor synthetisierten Polymers gezogen.

Mit dem Rasterelektronenmikroskop konnten wir dann unsere Mikrofasern nicht nur betrachten, sondern auch die Durchmesser messen. Diese waren bis zu 1,5 Mikrometer klein.

Abb.3  Rasterelektronenmikroskop Abb. 4 Einschleusen der Probe in das Rasterelektronenmikroskop

Fazit

Das XLAB der Universität Göttingen verfügt über eine hervorragende Ausstattung. Unsere Betreuerinnen und Betreuer waren sehr hilfsbereit und freundlich und legten großen Wert darauf, dass wir selbstständig experimentieren und eigene Ergebnisse dokumentieren konnten. So hatten wir die Möglichkeit, eigenständig zu arbeiten, während wir jederzeit Unterstützung bekamen, wenn sie nötig war.

Der Workshop war eine spannende Erfahrung. Wir konnten praxisnah lernen, Neues ausprobieren und unser Wissen vertiefen. Gleichzeitig hat es unsere Teamarbeit, Selbstständigkeit und Neugier gefördert.

Text und Fotos. Tida Heckmann und Hannah Münster