Studienfahrt Kroatien 2025

Tag 1: Hinfahrt und Stadtführung

Am 03. Oktober 2025 trafen wir alle um 15:45 Uhr aufgeregt vor der Schule ein, bereit für unsere große Studienfahrt. Pünktlich um 16 Uhr ging es dann endlich los und der Bus startete Richtung Kroatien, was ganze 18 Stunden dauern sollte. Aber es gelang uns ganz gut, uns die Zeit zu vertreiben, da wir uns zum Beispiel eine erste Präsentation über Kroatiens Kultur anhörten. Außerdem war die Fahrt von den unterhaltsamen und viel zu lauten Telefonaten und Instagram-Reels unserer „Lieblings“-Busfahrerin Daniela geprägt. Nicht jeder schaffte es problemlos bei bis spät in die Nacht laufender Musik in den Schlaf zu finden, während andere schon gegen 6.30 Uhr wieder bereit waren, voller Energie lautstark den Tag zu begrüßen. So versuchten in den letzten Stunden der Fahrt einige noch etwas weiter zu schlafen, während andere sich unterhielten oder Karten spielten, bis wir gegen 10 Uhr schließlich erschöpft, aber gespannt in Rijeka ankamen.

Die einfachen Verhältnisse unseres Hostels überraschten uns nicht wirklich – insgeheim hatten wir schon mit einem kleinen Abenteuer gerechnet. Viel Zeit verbrachten wir aber sowieso nicht im Hostel, denn direkt nach der Ankunft starteten wir mit unserer selbstorganisierten Stadtführung. Die zuständige Gruppe zeigte uns etwa den Korzo mit dem Stadtturm Rijekas, das Nationaltheater, mehrere Kirchen und Paläste sowie den im Zweiten Weltkrieg zum Bevölkerungsschutz gegrabenen 330 m langen Tunnel, den wir gemeinsam durchquerten. Auf unserer Tour erfuhren wir allerlei Hintergründe zur Stadtgeschichte und konnten uns gleich einen Überblick über die vor allem am Hafen gelegenen Restaurants verschaffen, zu denen uns unser Weg an den folgenden Abenden immer wieder zurückführen sollte. Als letzte gemeinsame Aktivität des Tages gingen wir alle an den Stand in der Nähe des Hostels, wo sich einige von uns sogar in das doch eher kalte, aber verlockend klare Wasser trauten.

Tag 2: Vela Draga und Vojak

Am Sonntag wollten wir wandern gehen, mussten den Start aber aufgrund sehr regnerischen Wetters verschieben. Dennoch kam vormittags keine Langeweile auf, da wir uns die Zeit mit verschiedenen Gesellschaftsspielen unterhaltsam vertrieben.

Am Nachmittag konnten wir unsere Busfahrt zum etwa 1400 m hohen Vojak letztendlich doch noch antreten. Dabei waren wir zuerst an einem tiefer gelegenen Teil des Vojaks unterwegs, welcher direkt neben der Vela Draga Schlucht lag. Hier hatten wir nun die Möglichkeit, einige Fossilien zu begutachten, und einen Blick nach unten in die Schlucht zu werfen. Den Abstieg konnten wir leider nicht riskieren, da der Weg durch den vielen Regen zu rutschig geworden war. Dennoch war dieser kleine Abstecher ein lohender Auftakt für den eigentlichen Weg nach oben auf den Vojak.

Den ersten Teil der Strecke quälte sich der Bus den Berg hinauf, aber die letzten 500 Höhenmeter wanderten wir mit tatkräftiger Unterstützung unseres Busfahrers über holprige, wurzeldurchzogene Waldwege nach oben. Schnell bildeten sich mehrere Gruppen, die in unterschiedlichem Tempo den Aufstieg bewältigten. Während einige trotz der zum Teil recht matschigen Wege zügig voran eilten, ließen es andere gemächlicher angehen, was natürlich nur mit dem Auskosten der schönen Aussicht und keinesfalls mit konditionellen Herausforderungen beim Erklimmen unzähliger Steinstufen zusammenhing. Mit zunehmender Höhe sank die Temperatur spürbar, bis wir schlussendlich die Chance hatten, schon im Oktober Schnee zu bestaunen. Zur großen Freude von Herrn Wild schafften wir es früher oder später vollzählig bis auf den Gipfel!

Von dort bot sich eine beeindruckende Sicht auf die Kvarner Bucht und in Richtung Italiens. Da schon langsam die Dämmerung einsetzte, machten wir uns nach einem Gruppenfoto bald wieder auf den Rückweg, um gerade noch rechtzeitig vor der Dunkelheit zum Bus zurückzukehren. Nach einem ereignisreichen Tag fuhren wir zurück zum Hostel und hatten die Möglichkeit, uns im Nachhinein noch in die Stadt zu begeben.

Tag 3: Besuch der Plitvicer Seen

Am dritten Tag besuchten wir die Plitvicer Seen, ein riesiges Naturschutzgebiet mit vielen Wasserfällen, Seen und Flüssen im dinarischen Gebirge Kroatiens. Aber zunächst machte ein Spiel die dreistündige Busfahrt äußerst unterhaltsam. Jede Person teilte Geeske ihr Lieblingslied mit. Geeske spielte diese über ihre Musikbox ab und alle konnten raten, wessen Lieblingslied es war.

Angekommen bei den Plitvicer Seen, wurde zunächst ein Referat über die Seen und die Fauna dort gehalten. Danach konnten wir endlich das türkisblaue Wasser bestaunen und wanderten um die Seen, wobei der Weg häufig über Holzbohlenstege führte, mit denen die kleinen Seen überquert werden können. An schnelles Vorankommen war nicht zu denken – stellenweise wegen einer Vielzahl anderer Touristen, aber vor allem, da die meisten von uns an diesem Tag unzählige Fotos machten! Aber man konnte sich einfach nicht sattsehen an den vielen kleinen und größeren Wasserfällen, der Ufervegetation sowie dem ungetrübten Blick auf eine Vielzahl an Wasserbewohnern, wenngleich die heimischen Fische leider durch eine invasive Art verdrängt worden sind. Nach einer Pause zum Essen konnten wir einen der größeren Seen mit einer Elektrofähre überqueren, was noch eine neue Perspektive auf die häufig als Filmkulisse verwendete, einzigartige Landschaft um uns herum bot. Nach Vollendung unserer Wanderung und Rückfahrt zum Haupteingang mit einem kleinen Zug fuhren wir schließlich mit unserem Bus zurück nach Rijeka.

Tag 4: Rafting

Tag vier der Studienfahrt begann wie gewohnt mit einem „nahrhaften“ Frühstück, bevor wir ergänzend zum Referat des Vortags über die Verwitterung des Kalksteins einen Versuch zum Nachweis von Calciumcarbonat mit verdünnter Salzsäure durchführten. Gegen halb zehn machten wir uns dann mit dem Bus auf den Weg zum Rafting, dessen Startort Brod na Kupi etwa eine Stunde entfernt an der slowenischen Grenze lag. Während der Fahrt wurde mit einem weiteren Referat unser Wissen über die Natur- und Pflanzenwelt Kroatiens erweitern, darunter jene in der Vela-Draga-Schlucht sowie auf dem Vojak.

Vor Ort wurden wir zunächst mit Neoprenanzügen, -schuhen, Rettungswesten und Helmen sowie einer GoPro ausgestattet, um die Erlebnisse festzuhalten. Der Bus brachte uns zum Startpunkt unseres Abenteuers in einigen Kilometern Entfernung. Anschließend teilten wir uns auf drei Rafts mit jeweils einem Guide auf und starten unsere Tour bei schönem, sonnigem Wetter in einer beeindruckenden landschaftlichen Kulisse.

Es sollte nicht lange dauern, bis unser Vorankommen durch die eine oder andere Wasserschlacht ausgebremst wurde. Zwischendurch blieben auch mal einige Boote im felsigen Flussbett stecken; ein Paddel und sogar eine Brille gingen unglücklicherweise unterwegs verloren, doch wir behielten die Nerven und paddelten entschlossen weiter. Trotz des von einigen als eiskalt empfundenen Wassers war der Sprung von einem kleinen Felsen in den Fluss während eines kurzen Stopps ein besonderes Highlight. Schließlich machte sich jedoch die körperliche Anstrengung zunehmend bemerkbar, wodurch sich die letzten Kilometer der Tour, die bis etwa 15:30 Uhr dauerte, besonders lang anfühlten.

Nach dem Umziehen in kleinen Zelten fuhren wir zurück zum Hostel. Dort gingen einige noch einmal am Strand schwimmen, während andere in die Stadt spazierten oder sich zunächst ausruhten, um am Abend noch in der Stadt essen zu gehen. Später ließen einige den Tag noch bei einem Spieleabend ausklingen.

 

Tag 5: Meeresbiologie und Schnorcheln

Nach dem Frühstück fuhren wir zu einem Campingplatz auf der Insel Krk. Dort wurden wir in einem Zelt empfangen und konnten erste Ausstellungsstücke begutachten, wie etwa Muscheln und Schalen von Krebsen, die in der Adria zu finden sind. Bei einem Meeresbiologie-Vortrag lernten wir mehr darüber, welche Tiere und Pflanzen in der Adria heimisch sind und wonach wir beim anschließenden Schnorcheln Ausschau halten sollten.

Danach bekamen wir die Ausrüstung, die aus Neoprenanzügen, Flossen und Schnorcheln bestand. Nach dem Umziehen gingen wir unter einigen Schmerzensbekundungen barfuß den Kiesweg hinab zum Strand, wo unsere Wassererkundung startete.

Im glasklaren Wasser konnten wir tatsächlich verschiedene Fischarten, viele Seegurken, Seeigel und einige weitere der im Seminar vorgestellten Tierarten entdecken. Auch wenn einigen trotz Neoprenanzugs recht kalt war, verging die Zeit vor lauter neuen Eindrücken viel zu schnell, bis wir nach ca. einer Stunde das Wasser wieder verlassen mussten.

Mit riesiger Freude stellten wir fest, dass uns ein schmerzhafter Rückweg über den Kies erspart blieb, da zwei an Land gebliebene Mitschülerinnen dankenswerterweise unsere Schuhe an die Wasserkante gebracht hatten. Nach dem Ablegen und Reinigen der Ausrüstung verbrachten wir noch etwas mehr Zeit auf dem Campingplatz. Während einige nochmal ins Wasser gingen, entspannten sich die meisten am Strand, organisierten sich Snacks oder flippten Steine.

Zurück in Rijeka gingen wir nach kurzer Freizeit zum Abschluss gemeinsam als Gruppe im Restaurant „Gardens“ essen, bevor wir den Abend entweder zusammen mit den Lehrkräften in einer Bar oder mit einem letzten Spaziergang durch die Stadt und Gesellschaftsspielen im Gruppenraum des Hostels ausklingen ließen.

Tag 6: Abschied von Rijeka und Rückfahrt

Am Tag der Abreise verabschiedete sich Rijeka noch mit sehr warmem und sonnigem Wetter von uns. Bis 10 Uhr sollten wir die Zimmer geräumt haben und konnten dann die Zeit bis zur Abfahrt um 16 Uhr für Aktivitäten nach eigenen Wünschen nutzen. Hier teilten sich die Wege der Gruppen dann wieder. Für viele lag der Fokus auf dem Einkaufen von Proviant für die Fahrt und der Besorgung von Souvenirs. Andere wiederum gingen noch ein letztes Mal ans Meer oder erklommen die 500 Stufen zum Kastell Trsat, von wo aus sich ein sehenswerter Blick auf die Stadt bot. Es war auch noch Zeit für einige Runden Tischtennis am Hostel bis dann die Rückfahrt angetreten wurde. Diese gestaltete sich deutlich ruhiger als die Hinfahrt, da einige am Vortag noch bis spät in die Nacht wach gewesen waren und dementsprechend während der Fahrt einiges an Schlaf nachgeholt wurde.

Mit Kroatien ließen wir auch das schöne Wetter hinter uns, denn noch am Abend fing es während der Fahrt an zu regnen, was uns schon direkt auf die Heimat eingestellt hat. Mit vielen schönen Eindrücken und gemeinsamen Erlebnissen sowie bis zu 85 km Laufstrecke in den Beinen kehrten wir am nächsten Morgen gegen 11 Uhr von unserer Studienfahrt zurück, die uns sicherlich allen in unvergesslicher Erinnerung bleiben wird.

Text: Teilnehmer/innen der Studienfahrt Kroatien

Fotos: Hannah Geistert, Nico Meyerhoff, Matthias Wild, Rafting Gorski Tok