„Be real Eco-Shepherds“ – Internationale Erasmus-Woche am NIGE

Eine Woche voller Begegnungen, Entdeckungen und Engagement für die Umwelt erlebten 25 Schülerinnen und Schüler des NIGE vom 17. bis 24. September 2025 gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern aus Debrecen/Ungarn, Piacenza/Italien und Bornem/Belgien. Im Rahmen des von der Europäischen Union finanziell unterstützten und geförderten, multilateralen Erasmus-Projekts „Be real“ standen diesmal die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.

Nach langer und zum Teil nicht ganz komplikationsfreier Reise kamen die Gäste am Mittwochabend in Esens an und wurden von ihren Gastgebern herzlich empfangen. Viele kannten sich schon von den vorausgegangenen Projekttreffen in Italien und Ungarn, so dass Wiedersehensfreude und die Neugier auf neue Erlebnisse gleich eine offene und fröhliche Atmosphäre schufen.

Am Donnerstagmorgen folgte die offizielle Begrüßung in der Schule durch Schulleiterin Anja Renken-Abken und das Erasmus-Team. Bei einem leckeren, gemeinsamen Frühstück in der Mensa, Kennenlernaktivitäten und einer Schulführung machten sich die Schülerinnen und Schüler miteinander und mit ihrem neuen Umfeld näher vertraut.

In der nachfolgenden Gruppenarbeitsphase wurden die Ergebnisse der im Vorfeld zu bearbeitenden Rechercheaufträge zusammengetragen und sehenswerte kontrastierende Präsentationen zu Ernährungsgewohnheiten, Mobilität, Abfallentsorgung, Energienutzung sowie Konsum- und Freizeitverhalten in den verschiedenen Ländern erstellt und vorgetragen.

Am Freitag besuchte die Gruppe das Klimahaus in Bremerhaven. Nach einem einführenden Expertengespräch mit einer Meteorologin unternahmen die Jugendlichen eine symbolische Weltreise durch verschiedene Klimazonen und lernten eindrucksvoll, wie eng Klima, Lebensbedingungen und menschliches Handeln miteinander verknüpft sind. Der eigene Umgang und Kommunikationsstrategien im Zusammenhang mit dem Klimawandel konnten darüber hinaus in der Sonderausstellung Klima_X reflektiert werden. Dieser besondere Lernort hinterließ bleibende Eindrücke, bevor die Hafenstadt am Nachmittag noch weiter auf eigene Faust erkundet werden konnte.

Im Zeichen des International Coastal Cleanup Day stand das gemeinsame Programm am Samstag. In Bensersiel sammelten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Müll an der Küste und nahmen an einer informationsreichen Wattführung teil. Für die Gäste war das Kennenlernen des Weltnaturerbes Wattenmeer ein einmaliges Erlebnis und es wurden vielfältige Informationen über die Bedeutung für das Ökosystem und Klima vermittelt.

Gerade noch rechtzeitig vor Einsetzen eines kräftigen Regenschauers kehrten wir zurück an Land. Wenngleich die Aufräumaktion durch das schlechte Wetter bedingt etwas kürzer als geplant ausfallen musste, war das gemeinsame Engagement dennoch ein starkes Zeichen für gelebten Umweltschutz und internationales Teamwork an der Nordsee.

Der Sonntag bot Zeit für vertiefte Eindrücke vom Leben in den Gastfamilien und Freundesgruppen – mit Ausflügen, gemeinsamen Mahlzeiten und vielen Gesprächen über Kultur, Schule und Alltag in den verschiedenen Ländern.

Um den Schutz der Weltmeere und nachhaltigeres Verhalten im Alltag drehten sich am Montag ein Vortrag und Workshop in der Aula des NIGE.
Frau Ramona Reichert, Bildungskoordinatorin von Healthy Seas, war mit einem Kollegen zu Gast und referierte zunächst mit interaktiven Elementen in der mit Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 10 und 11 vollbesetzten Aula über die zunehmende Verschmutzung der Ozeane, insbesondere durch Plastikmüll und Geisternetze, sowie den Einsatz ihrer Organisation gegen diese Problematiken.

In einem darauffolgenden Workshop mit der Erasmus-Gruppe entwickelten die Teilnehmenden kreative Ideen für nachhaltigeres Handeln und innovative Meeresschutzprojekte.

 

 

Unterbrochen wurde dieser sehr informative und nachdenklich stimmende Vormittag durch einen Besuch von Bürgermeisterin Karin Emken, die die internationalen Gäste herzlich in der Region willkommen hieß und das Engagement der Jugendlichen für Umweltschutz und europäischen Zusammenhalt würdigte.

Ein besonderes Highlight war zudem der Auftritt des Oberstufenchors unter der Leitung von Jan-Bernd Strauß, der auf beeindruckende Weise den Song „This is me“ aus The Greatest Showman präsentierte. Hierbei handelte es sich um eine bewusste Anknüpfung an das Fest der Kulturen, das die Erasmus-Gruppe bei der Mobilität nach Italien im zurückliegenden Februar gefeiert hatte, bei dem die Teilnehmenden diesen Titel gemeinsam vorgetragen hatten. Der Song steht für Selbstakzeptanz, Individualität und die Wertschätzung von Vielfalt – Werte, die auch den Erasmus-Geist dieser Woche prägten: Unterschiedlichkeit ist als Stärke zu begreifen und es wird trotz kultureller Vielfalt ein echtes Miteinander gelebt, das tiefe Verbundenheit schafft.

Am Dienstag fassten die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsergebnisse in internationalen Gruppen zusammen und erstellten daraus ein gemeinsames E-Book. Anschließend ging es nach Aurich, wo ein Besuch des Space Magic den gelungenen Abschluss der Erasmus-Woche bildete. Mittwochnacht bzw. -morgen hieß es schließlich Abschied nehmen: Die italienischen, ungarischen und belgischen Gäste mussten ihre Heimreise antreten – mit vielen neuen Freundschaften, unvergesslichen Erinnerungen und dem festen Vorsatz, auch im Alltag Eco-Shepherds zu bleiben.

Die Erasmus-Woche am NIGE hat eindrucksvoll gezeigt, wie Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und gegenseitige Wertschätzung Hand in Hand gehen können, und wird noch lange bei den Beteiligten nachwirken.

Ein herzlicher Dank gilt allen Gastfamilien, Lehrkräften, nichtlehrenden Beschäftigten des NIGE und sonstigen Unterstützern, die diese rundum gelungene internationale Begegnung in Esens ermöglicht haben. Mit Vorfreude wird nun die Mobilität nach Belgien im Januar erwartet, bei der das zweijährige Projekt seinen Abschluss finden wird.

Text und Fotos: Hannah Geister