1. Tag der Talente

Am Dienstag, dem 30.09.2025, nahmen insgesamt 88 Grundschülerinnen und -schüler und 67 NIGE-Schülerinnen und -schüler plus einige aus der Theater-AG und Licht- und Tontechnik-AG am ersten Tag der Talente teil; d.h. es war richtig viel los an unserer Schule!

Insgesamt 10 Workshops waren im Angebot und zusätzlich nutzte die Musical-AG den Tag der Talente für intensive erste Proben mit dem neuen Stück „Aladin“, das am 28. Februar und 1. März aufgeführt werden wird. Die AG beginnt in diesem Schuljahr neu unter der Regieleitung von Anja Mühlenbrock und konnte viele neue Mitglieder begrüßen. In Gruppenarbeit wurden erste Szenen erarbeitet und auch der Eröffnungssong sowie das Finale in einer Chorprobe einstudiert. Besonders aufregend für die Neuen in der AG war die abschließende Probe mit der Musicalband, dieses Jahr unter der Leitung von Niklas und Joscha Kiesé. Alles in allem ein rundum gelungener Probentag.

 

Im Biologie-Workshop bei Frau Jonokat schrieb ein Teilnehmer hinterher im Evaluationsbogen, dass „unterm Mikroskop Sachen, die scheinbar sauber sind, ganz anders aus{sehen}“! In der Tat eine sinnvolle und beeindruckende Erkenntnis, die bei den vielen verschiedenen Wasserarten, die untersucht wurden, oft für Verblüffung sorgte. Besonders faszinierend war dabei der Blick auf die Kleinstlebewesen, zum Beispiel Wimperntierchen, die sich schnell durch das Wasser fortbewegten. Die Zeit reichte leider oft nicht aus, um alle Versuche, die im Versuchsheft standen, durchzuführen, aber die Begeisterung über den Workshop und über die Lerninhalte, zum Beispiel, wie ein Mikroskop aufgebaut ist und funktioniert, war allen anzumerken.

 

Stop-Motion-Filme mit einem Programm zu gestalten, verlangte viel Kreativität und Geduld von den Teilnehmern im Workshop bei Frau Menz, denn sie mussten Bewegung zunächst in einzelne Sequenzen zerlegen und jede kleinste Veränderung mit einem Foto festhalten, bevor sie daraus eine Minute Film herstellen konnten. Wieder wurden die unterschiedlichsten Figuren und Materialien benutzt und vor einem gemalten Hintergrund oder Tonpapier arrangiert. Und eine passende Story musste natürlich her. Schön war es, das die Teilnehmer den Film gleich speichern und auf dem Stick mitnehmen konnten.

Im Sprachendorf Französisch bei Frau Harms lernten die Teilnehmer viele neue Vokabeln und Floskeln und spielten damit Restaurantszenen nach, indem sie in die Rollen von Gästen und Kellnern schlüpften. Dabei kamen Teilnehmer aus vielen Jahrgängen zusammen und unterstützten sich in Kleingruppen gegenseitig beim Lernen. Am Ende schrieb eine Teilnehmerin auf dem Evaluationsbogen: Mir hat gefallen, dass wir alle gut mitgemacht haben und dass ich alles verstanden habe. Diesmal wurde nicht nur Französisch angeboten, sondern es gab sogar einen kurzen Exkurs in die türkische Sprache, die die 8. Klässlerin Meryem mit Herzblut unterrichtete. So machen Schule und Fremdsprachen-Lernen Spaß!

Wer spielt das „Biest“ im Stück „Die Schöne und das Biest“, was eine Kindergruppe in Kurzversion improvisiert einübte und zu einer kleinen Aufführung brachte? Das war die große Frage im Theater-Workshop unter der Leitung von Frau Grewe mit den Co-LeiterInnen Hannah Hagen, Lily Goldmann, Lucia Kretz, Berenike Baller, Nala Scuda und Luca Bruns. Hannah Hagen und Lily Goldmann hatten ein Theaterstück selbst geschrieben, das sie den Kindern nahebrachten und einübten. Die beiden Kindergruppen hatten viel Freude beim Schlüpfen in fremde Rollen, wobei ihnen auch Requisiten und Kostüme halfen. Es braucht viel Kreativität, Mut, einfach auszuprobieren und Zusammenarbeit, bis so eine Szene steht. Das selbstgeschriebene Stück handelte von einem Schul-Strandausflug mit Hindernissen, bei dem ein Kind verlorengeht und entführt wird (aber wiedergefunden wird). Spannend anzuschauen und sehr aufregend, trotz nur weniger Stunden Probe etwas vor Publikum aufzuführen: Denn einige Klassen und Kurse hatten die Möglichkeit, sich die Stücke in der Cafeteria, der provisorischen „Bühne“, anzuschauen. Es machte allen Beteiligten viel Spaß, wie auf den Evaluationsbögen zu lesen war.

Wo kann man sich dreckig machen und es sieht trotzdem nach eifriger Arbeit aus? Klar, im Kunst- Workshop unter der Leitung von Frau Frey und Frau Fortuin! Dort wurde nämlich der Linolschnitt und -druck ausprobiert. Die Teilnehmenden wurden zu Kunst-Agenten, die sich zunächst ihre eigenen Agentenlogos in Stempelform gestalteten, bevor es dann richtig losging: Mit kreativ und aufwendig gestalteten Fisch-Bildern als Linoldrucke musste eine Kunstausstellung gerettet werden! Überwiegend unversehrt (Linolschnittmesser sind scharf!) und begeistert von den geschaffenen Druck-Werken endete der Vormittag. Auf einem Evaluationsbogen wunderte sich eine Teilnehmerin darüber, dass Drucken auch ohne einen Drucker ginge…und es auch noch Spaß machte!

Das Sprachendorf Englisch mit dem Workshopleiter Herrn Kortekamp förderte echte Talente zutage: So freute sich ein Teilnehmer, dass er mit den anderen sich richtig gut auf Englisch unterhalten konnte. Es ging ums Einkaufen und darum, viele neue Vokabeln und Floskeln in diesem Zusammenhang zu lernen, damit man mit einem Kassierer auf Englisch sprechen kann. So ganz nebenbei lernt man auch noch neue Freunde kennen; unter solchen Umständen macht die weiterführende Schule den Grundschülern Spaß, die am Morgen vielleicht zunächst mit einem mulmigen Gefühl gekommen sind.

Ein eigenes Spiel zu programmieren, ist im Workshop „Scratch“ bei Herrn Landgraf möglich gewesen. Das ist die Gelegenheit, Technik und Spaß zu verbinden, freute sich ein Teilnehmer; und ein Helfer aus der 12. Klasse staunte auf dem Evaluationsbogen, dass auch „Kleinkinder schlau sein können“ :-). Es reichte kaum die Zeit und manchmal musste Herr Landgraf die Computer zentral sperren, wenn zu viel durcheinander ging; einer beklagte sich, dass er sein Spiel aus Versehen gelöscht habe. Auf jeden Fall haben alle gelernt, besser mit den Computern umzugehen, und dass es mit dem richtigen Programm und etwas Überlegung gar nicht so schwer ist, ein Spiel zu erstellen.

Rechnen mit dem japanischen Abakus – dem sogenannten Soroban – lernten die Kinder in dem gleichnamigen Workshop unter der Leitung von Frau Weissig. Sie hatte sich ein paar Helfer geholt und das war bei der Menge der Teilnehmer auch gut so, da sie an vielen Tischen zur gleichen Zeit sein sollte. Ganz schön kompliziert zu begreifen, aber wenn man den Abakus beherrscht, merkt man, dass man tatsächlich so viel schneller rechnen kann als mit dem Kopf. Die Kinder brauchten doch öfter mal Pausen; aber es war schön, dass sie sich selbst aus Kartons und Perlen einen Abakus bauen und mit nach Hause nehmen konnten, um dort das Rechnen mit ihm vorzuführen. Ob die Eltern ihn wohl schneller beherrschten?

Ach, was kann man im „Kinderchor“ mit der Dirigentin Frau Janssen“ nicht alles quasi nebenbei lernen: Keyboardspielen, die eigene Stimme hoch und tief stellen, schrieb eine Teilnehmerin, das eigene Singen generell verbessern, viele neue Lieder und den Spannungsaufbau und die Entspannung auf der Kuscheldecke! Letzteres ist unverzichtbar für das Training des Zwerchfells. Ich konnte mich selbst davon überzeugen, dass das Früchte getragen hat, als der Chor mir ein schönes Lied vortrug.

Wieso wurde in dem Workshop „Philosophie“ bei Frau Koltermann eine Eisdiele gebaut? Die Antwort ist ganz einfach: Die Kinder vieler unterschiedlicher Jahrgänge hatten die Aufgabe, ihre eigene Utopie im Kopf wahr werden zu lassen; dabei waren ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es wurde konzentriert und sehr kreativ daran gearbeitet. Zuletzt wurden Präsentationen gehalten oder die selbst gebauten Utopie – Häuser vorgeführt; dabei stellte ein Teilnehmer auf dem Evaluationsbogen fest, dass es durchaus unterschiedliche Vorstellungen von „perfekt“ geben kann. Spectaculum bene fuit! (Ein Lateiner hat auch daran teilgenommen und es gleich in lateinische Worte gefasst, wie er den Workshop fand).

Alles in allem ein gelungener und sehr vielfältiger Auftakt in die Reihe der Tage der Talente in diesem Schuljahr.

Vielen Dank allen Beteiligten für ihren Beitrag zum Gelingen und dem Vertretungsplan für die zusätzlichen Mühen!

Text und Bilder: Elise Bessert