Erasmus+ Projektfahrt nach Debrecen/Ungarn: Internationale Zusammenarbeit für das Wohlbefinden von Jugendlichen
Im Rahmen des von der Europäischen Union finanziell unterstützten Erasmus+-Programms nahmen acht Schülerinnen des NIGE am zweiten Projekttreffen des zweijährigen Erasmus+-Projekts „Be real“ teil, begleitet wurden sie von Frau Tonn und Herrn Apke. Das Treffen fand im ungarischen Debrecen statt. Beteiligt waren dem NIGE die Partnerschulen aus Italien (Piacenza) und Belgien (Bornem), die gemeinsam mit der ungarischen Gastschule eine intensive Projektwoche erlebten.
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Der thematische Schwerpunkt der Begegnung stand unter dem Titel „Be real – Wellness – Wizards“ und widmete sich dem körperlichen, geistigen, digitalen und sozialen Wohlbefinden von Jugendlichen. Ziel war es, internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern und gemeinsam Wege zu einem gesünderen, achtsameren Lebensstil zu erkunden.
Bereits im Vorfeld traten die teilnehmenden SchülerInnen über digitale Kommunikationskanäle miteinander in Kontakt, um in multinationalen Gruppen Inhalte zu den vier Bereichen von „Well-being“ zu erarbeiten. Diese wurden auf Englisch digital aufbereitet und im Rahmen von Präsentationen vor Ort vorgestellt. Neben dem fachlichen Austausch stand dabei auch die interkulturelle Begegnung im Mittelpunkt, die wichtige Impulse zur Reflexion über individuelle und kollektive Strategien im Umgang mit Stress gab – sowohl im schulischen als auch im privaten Alltag.
Ein besonderer Höhepunkt der Projektwoche war das offizielle Treffen im Ratssaal der Stadt Debrecen. Dort informierten der Bürgermeister sowie der städtische Gesundheitsbeauftragte über kommunale Initiativen zur Förderung des Wohlbefindens Jugendlicher. Im Anschluss führten ungarische SchülerInnen ihre internationalen Gäste auf Englisch durch die Stadt und zeigten dabei ausgewählte Orte, die speziell der körperlichen und sozialen Regeneration dienen.
In mehreren theoretischen Workshops setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Bereichen social, mental und physical well-being auseinander. Ungarische SchülerInnen gestalteten diese gemeinsam mit Fachkräften aus Schulsozialarbeit, Jugend- und Sportpädagogik. Gemeinsam entwickelten die Jugendlichen kreative Bewältigungsstrategien für belastende Alltagssituationen – stets begleitet durch Bewegungsspiele, die den Transfer in die Praxis unterstützten.
Praktische Einheiten zu mentaler Regeneration rundeten das Programm ab: In Workshops zu Yoga, autogenem Training, progressiver Muskelentspannung und Meditation – angeleitet von externen ExpertInnen – konnten die SchülerInnen vielfältige Entspannungstechniken kennenlernen. Lehrkräfte der Fachbereiche Biologie und Sport ergänzten das Angebot durch gesundheitsbezogene Inhalte zur Bedeutung von Bewegung für das persönliche Wohlbefinden. Ein besonderes Erlebnis war das gemeinsame Erlernen eines traditionellen ungarischen Tanzes – ein Ausdruck kultureller Teilhabe und ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von sozialer Interaktion und Identitätsbildung.
Auch die ökologische Dimension des Wohlbefindens kam nicht zu kurz: Bei einem Besuch im UNESCO-Biosphärenreservat Hortobágy, begleitet von Parkrangern und BiologInnen der Gastschule, setzten sich die Jugendlichen in internationalen Teams mit Fragen zur Nachhaltigkeit auseinander. Eigene Feldforschungen und Diskussionen zum Verhältnis von digitalem Alltag und Naturerleben förderten ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge als Ressource für das persönliche Wohlbefinden.
Den Abschluss bildete ein Besuch im traditionellen Handwerkerhaus „Timáráz“, wo die SchülerInnen gemeinsam mit Jugendlichen einer inklusiven Nachbarschule Produkte aus historischen Handwerksberufen gestalteten. Die handlungsorientierte Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe und das inklusive Miteinander zeigten eindrucksvoll, wie kreative Prozesse zur Stärkung sozialer Kompetenzen und Resilienz beitragen können.
Fazit:
Die Projektwoche in Debrecen war ein vielseitiges, ganzheitliches Lernarrangement, das interkulturelle Bildung, Gesundheitsförderung, ökologische Sensibilisierung und soziale Inklusion miteinander verband. Das Konzept von „Well-being“ wurde dabei nicht nur theoretisch diskutiert, sondern durch vielfältige praktische Erfahrungen lebendig. Unsere SchülerInnen kehrten mit neuen Perspektiven und einem erweiterten Bewusstsein für ihre physische und psychische Gesundheit zurück – ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu einem reflektierten und gesunden Leben in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Text und Bilder: Ulrich Apke, Kati Tonn
















