NIGE wartet auf grünes Licht für Schulbauprojekt

Der Pavillon auf dem NIGE-Gelände in Esens ist ein halbes Jahrhundert alt und genügt längst nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Unterricht. An dieser Stelle soll ein massiver zweigeschossiger Neubau entstehen. BILD: Detlef Kiesé

Das Land Niedersachsen investiert weiterhin in sein Internatsgymnasium (NIGE) an der Auricher Straße in Esens. Mehr als 55 Millionen Euro sind es zusammengerechnet, die aktuell und in den kommenden Jahren in die Bildungseinrichtung für das Harlingerland und die Ostfriesischen Inseln fließt. Das berichtet Schulleiterin Anja Renken-Abken.

Während bei der Erweiterung des Küchenbereichs und beim Neubau der Zweifachsporthalle ein Abschluss in Sichtweite ist, gibt es für ein weiteres ehrgeiziges Vorhaben auf dem NIGE-Gelände zwar schon manche Vorplanungen, aber noch keinen konkreten Startschuss: Der aus den 1970er-Jahren stammende Pavillon soll durch ein zweigeschossiges Gebäude ersetzt werden. Bianca Trogisch, Pressesprecherin der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung, rechnet mit einem Kostenvolumen von 40 Millionen Euro.

Abgängiger Pavillon ist 50 Jahre alt

Laut Renken-Abken handelt es sich hier um einen Ersatzbau für einen 50 Jahre alten Trakt, der einst als Provisorium gedacht war und dessen Räume wegen der Leichtbauweise sehr hellhörig seien. Mit sechs Klassenzimmern von jeweils 75 Quadratmetern – ausgelegt auf modernere Unterrichtsformen – könne das Platzproblem behoben werden, das derzeit noch mit einer Großzahl an Mietcontainern für fünf Klassengemeinschaften gelöst wird. Zusätzliche Klassen- und Fachräume seien erforderlich.

Mit dem Einzug des Fachbereichs Physik in den kommenden Neubau solle das Bestandsgebäude der Naturwissenschaften entlastet werden. Und mit einem multifunktional nutzbaren Aufenthalts- und Begegnungsbereich könne Raum für Treffs und Lernen in Kleingruppen geschaffen werden. „Wir haben ja keine klassische Pausenhalle“, sagt die Schulleiterin. Die baufachliche Beratung für das Neubauprojekt hat bereits stattgefunden. Renken-Abken: „Wir hoffen, dass die Investitionssumme im Haushalt 2026 auftaucht.“ Es fehle noch der Bauauftrag durch den Haushaltsausschuss des niedersächsischen Landtags. Nach den ursprünglichen Planungen sollte das neue Gebäude eigentlich im Oktober 2024 bezugsfertig sein.

Training der Basiskompetenzen

Neben den baulichen Verbesserungen, so Schulleiterin Anja Renken-Abken und ihr ständiger Vertreter Michael Dorfmüller, wolle man sich vor allem auf die eigentliche Schulentwicklung konzentrieren – wie das erstmals mit den 105 Fünftklässlern durchgeführte Basiskompetenz-Training. Über drei Monate hat man den eigentlich angesagten Fachunterricht zurückgestellt und „stattdessen Deutsch, Rechtschreibung, Lesen und Rechnen intensiviert, damit die Schülerinnen und Schüler in etwa auf einem Level sind“, erklärt Dorfmüller. Dafür sei jede Klasse mit zwei Klassenlehrern ausgestattet worden.

„Mit diesem Kompetenztraining haben wir auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagiert“, betont der stellvertretende Schulleiter. Bei einer ersten Evaluation habe man ein positives Fazit gezogen und wolle eine derartige Förderung im nächsten Jahr wiederholen – sogar etwas länger.

Das Wirtschaftsgebäude auf dem NIGE-Areal ist nach dem Anbau für den Speisesaal (links) mit einem Trakt für die Küche erweitert worden. Fünf Millionen Euro investiert das Land alleine hier. BILD: Detlef Kiesé

Text und Foto: Detlef Kiesé

Dieser Artikel erschien zu erst im Anzeiger für Harlingerland vom 22. Januar 2025