{"id":16160,"date":"2025-01-05T19:51:01","date_gmt":"2025-01-05T18:51:01","guid":{"rendered":"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/?p=16160"},"modified":"2025-01-05T19:51:01","modified_gmt":"2025-01-05T18:51:01","slug":"studienfahrt-krakau-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/studienfahrt-krakau-2024\/","title":{"rendered":"Studienfahrt Krakau 2024"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-16161 \" src=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-225x300.jpg 225w, https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-769x1024.jpg 769w, https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1.jpg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Studienfahrt nach Krakau startete p\u00fcnktlich um 6:40 Uhr am Bahnhof in Sande. Der Randale anderer Zugpassagiere zum Trotz, kam unsere Reisegruppe planm\u00e4\u00dfig und best gelaunt in Berlin an und konnte nach einer St\u00e4rkung die Weiterreise mit dem Flixbus gen Polen antreten. Nach einer neunst\u00fcndigen Fahrt freuten sich alle 30 Mitreisenden auf das Hotel, doch vorher trafen wir am Bahnhof auf den Reiseleiter Christian. Dieser betreut schon seit vielen Jahren die Studienfahrten des NIGE in Krakau und trug mit seinem kulturellen, geschichtlichen und nicht zuletzt kulinarischen Wissen entscheidend zum Erfolg der Studienfahrt bei. Nach einer belgischen Gute-Nacht-Pommes mit d\u00e4nischer Remoulade bezogen wir unsere Betten im Hotel Miodowa, das durch seine Sauberkeit und Modernit\u00e4t \u00fcberzeugte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem ausf\u00fchrlichen Fr\u00fchst\u00fcck, das f\u00fcr die Woche zur Gewohnheit wurde, begann der zweite Tag mit bestem Wetter auf dem Wawelh\u00fcgel. Dieser beherbergt ein Schloss und eine Kathedrale, die uns bei der Besichtigung mit Christian sehr beeindruckten. Erste Stadteindr\u00fccke konnten auf einem Spaziergang durch Krakaus Altstadt gesammelt werden, die auf dem Marktplatz bei den Tuchhallen und der Marienkirche endete. Die Mittagspause war f\u00fcr das, was uns diesen Nachmittag erwarten sollte bitter n\u00f6tig: Zuerst traten wir in einem unklimatisierten, \u00fcberf\u00fcllten Bus, der einige Sch\u00fcler an die Zust\u00e4nde in Wittmunder Schulbussen erinnerte, die Fahrt ins Stadt\u00e4u\u00dfere an. Christian f\u00fchrte uns anschlie\u00dfend in ein Naherholungsgebiet zum \u201eEinwandern\u201c \u2013 f\u00fcr ihn nur eine kleine Tour, bei 25 Grad f\u00fcr viele Sch\u00fcler aber schon eine Herausforderung. Belohnt wurde die Anstrengung mit einem Ausblick \u00fcber Krakau von einem Aussichtspunkt. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer zweiten Nacht in Polen wandelte die Reisegruppe am Folgetag auf den Spuren der j\u00fcdischen Geschichte der Stadt. Unser Reiseleiter f\u00fchrte die Gruppe durch das j\u00fcdische Viertel Kazimierz mit mehreren Synagogen, von denen eine besichtigt werden konnte. Au\u00dferdem konnte man viele Orte aus dem Film \u201eSchindlers Liste\u201c wiedererkennen, der in Teilen in diesem Stadtviertel gedreht worden war. Ein vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt wurde mit Christians Gesangseinlage erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Nachmittag hielt eine erste Begegnung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und der deutschen Besetzung Krakaus w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges bereit. So machte die Gedenkst\u00e4tte auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Konzentrationslager Plaszow erstmals auf das Ausma\u00df der deutschen Grausamkeiten im Zuge des Krieges aufmerksam. Die Eindr\u00fccke und informativen Beitr\u00e4ge von Christian regten zum Nachdenken an und bewegten alle Teilnehmer der Reisegruppe tief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Optional besuchten einige Sch\u00fcler am sp\u00e4ten Nachmittag die Schindler-Fabrik. Ein gemeinsames Essen beim Italiener bildete den Tagesabschluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der n\u00e4chste Tag kn\u00fcpfte direkt an das Einwandern am Montag an. Fr\u00fchmorgens brach die Gruppe ins Tatra Gebirge auf. Von Bergf\u00fchrerin Veronika begleitet, wurde die Wanderung angetreten, auf der wir Sch\u00fcler unserem Fitnesslevel entsprechend an einer Bergh\u00fctte oder einem Bergsee aussteigen und pausieren konnten. Eine kleine Gruppe schaffte sogar den Gipfelaufstieg und konnte auf die h\u00f6chsten Gipfel Polens blicken \u2013 ein unvergessliches Erlebnis. Das Tatra Gebirge begeisterte die gesamte Gruppe mit atemberaubender Natur und spektakul\u00e4ren Aussichten. Trotz seiner Anstrengungen ist der Tag im Nachhinein als Highlight zu bezeichnen, an dem jeder Einzelne an und \u00fcber seine pers\u00f6nlichen Grenzen hinaus gegangen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16162\" src=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2.jpg\" alt=\"\" width=\"968\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2.jpg 968w, https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 968px) 100vw, 968px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag wurde ein weiterer Stadtteil von Krakau besichtigt. So fuhren wir morgens mit der Stra\u00dfenbahn in das Viertel Nowa Huta. Hier hielt unser Reisef\u00fchrer zun\u00e4chst am Stahlwerk einen spannenden Vortrag, wobei es in erster Linie um die Geschichte Krakaus w\u00e4hrend der sozialistischen Diktatur ging. So wurde der Stadtteil Nowa Huta in den fr\u00fchen 1950er Jahren in kurzer Zeit staatlich aufgebaut. Das Viertel sollte als sowjetische Ideal- und Planstadt die sozialistische Ideologie repr\u00e4sentieren und das alte, katholisch-konservative Krakau, dessen Bev\u00f6lkerung das neue System ablehnte, in den Schatten stellen. W\u00e4hrend der Besichtigung des Stadtteils erl\u00e4uterte uns Stadtf\u00fchrer Christian eindr\u00fccklich die Rolle der Bewohner Nowa Hutas im Widerstand gegen das Unrechtsregime. So hielten die B\u00fcrger bspw. an ihrer Religion fest und setzten, entgegen der Vorgaben der sozialistischen Machthaber, den Neubau einer katholischen Kirche durch, die wir w\u00e4hrend unserem Rundgang von au\u00dfen besichtigten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Nachmittag gestalteten alle Mitreisenden ihre Freizeit individuell, wobei viele Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit nutzten, erneut Eindr\u00fccke in der Altstadt zu sammeln; es wurden historische Kirchen besichtigt und der Marktplatz aufgesucht, au\u00dferdem fr\u00f6nten die Teilnehmer der Studienfahrt dem vielf\u00e4ltigen kulinarischen Angebot Krakaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Folgetag hielt erneut eine Wanderung bereit. So fuhren wir nach einem Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel mit Stra\u00dfenbahn und Bus in den Nationalpark Ojcowski, der mit seinen spektakul\u00e4ren Kalksteinklippen und steilen Schluchten beeindruckte. Beim Erwandern des Gebietes hatten die Mitreisenden erneut die M\u00f6glichkeit, je nach pers\u00f6nlicher Verfassung auszusteigen und den R\u00fcckweg anzutreten, um den Rest des Tages in der Stadt zu verbringen. Bevor sich der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen beim Italiener dem Ende neigte, kehrten einige Mitglieder der Reisegruppe in eine kleine Teestube ein, um sich mit einer Tasse Schwarztee, der in Polen traditionell mit Zucker und Zitrone serviert wird, von den Strapazen der Wanderung zu erholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Tag in Polen war mit einem besonders eindr\u00fccklichen Erlebnis verbunden: Dem Besuch der Gedenkst\u00e4tte Ausschwitz. Nach einer zweist\u00fcndigen Busfahrt erreichten wir das ehemalige Stammlager und trafen auf unsere Touristenf\u00fchrerin, die uns den Tag \u00fcber begleiten sollte. Schweigend, den Namen der Opfer des Holocausts lauschend, gelangten wir auf das Gel\u00e4nde. Die Erz\u00e4hlungen der Reiseleitung und verschiedenen Ausstellungen in den ehemaligen Baracken machten uns an vielen Stellen fassungslos. Insbesondere die ausgestellten Massen an Besitzt\u00fcmern der Opfer wie Schuhe und Brillen machten vorstellbar, wie viele einzelne Existenzen die deutsche Diktatur zerst\u00f6rt hatte. Schockiert hat uns, neben der Besichtigung erhalten gebliebener Gaskammern und Krematorien, die Gr\u00f6\u00dfe von Ausschwitz-Birkenau, welches wir nach einer zehnmin\u00fctigen Busfahrt erreichten. Das Ausma\u00df an Barackenruinen und die Erz\u00e4hlungen unserer Besichtigungsleitung \u00fcber die Lebensumst\u00e4nde im Lager verbildlichten die Dimension des Massenmordes und l\u00f6sten, wie die Besichtigung der Selektionsrampe und weiteren \u00dcberresten von Gaskammern gro\u00dfe Beklemmnis und Trauer aus. Der Besuch endete mit der Mahnung, Geschehenes nicht vergessen zu lassen, um zu verhindern, dass sich solch eine Katastrophe je wiederholen wird \u2013 wir werden versuchen unseren Teil dazu beizutragen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem letzten Abend mit Christian und traditionellem polnischen Essen und Liedern neigte sich die Studienfahrt langsam dem Ende. Nach der R\u00fcckfahrt mit dem Flixbus und Zug am Folgetag, die an mehreren Stellen (wegen Staus und Verz\u00f6gerungen) das Rennen zum Bahngleis forderte, kamen wir um 24 Uhr in Sande an. Voller sch\u00f6ner Erinnerungen fielen wir in unsere Betten. Unser besonderer Dank gilt Frau Dirks und Herrn G\u00fcttner, die mit ihrer perfekten Programmplanung und Erfahrung nicht nur f\u00fcr den gro\u00dfen Erfolg der Fahrt verantwortlich sind, sondern auch an vielen Abenden mit ihrem Humor die Gespr\u00e4chsrunden bereicherten, bei den Wanderungen mit aufmunternden Worten motivierten und uns mit ihrer Begeisterungsf\u00e4higkeit ansteckten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir alle w\u00fcrden die Studienfahrt nach Krakau jeder folgenden Sch\u00fclergeneration w\u00e4rmstens empfehlen und sagen \u201eZegnaj Polsko!\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16163\" src=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/3.jpg\" alt=\"\" width=\"1002\" height=\"754\" srcset=\"https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/3.jpg 1002w, https:\/\/wp2.nige.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/3-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1002px) 100vw, 1002px\" \/><\/p>\n<p>Text und Bilder:&nbsp;Joscha und Niklas Kies\u00e9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Studienfahrt nach Krakau startete p\u00fcnktlich um 6:40 Uhr am Bahnhof in Sande. 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