Erinnern an Pogromnacht

 

Uzi Yaari 2016 bei einem Besuch im August-Gottschalk-Haus in dem Raum, in dem sein Urgroßvater Kinder Esenser Juden unterrichtete.

Erinnern an Pogromnacht schon am 7. November

GEDENKEN – Enkel und Urenkel von August Gottschalk nehmen teil – Oberstufenchor singt

(UIS) Der 9. November als Gedenktag der Pogromnacht 1938 jährt sich in diesem Jahr zum 80. Mal. Auch die Esenser Synagoge wurde damals angezündet und abgebrannt. Das danebenstehende Lehrer- und Schulhaus blieb erhalten und beherbergt heute unter dem Namen August-Gottschalk-Haus ein Museum über jüdisches Leben in Ostfriesland.

 

Die noch in Esens lebenden Juden wurden damals aus ihren Häusern geholt und auf dem Platz hinter dem damaligen Rathaus eingesperrt, die Männer am Tag darauf in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Am Gedenkstein auf dem Synagogengelände in der Burgstraße wird alljährlich zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen, verantwortet vom Ökumenischen Arbeitskreis Juden und Christen in Esens.

An diese Nacht, in der des Völkermords an über sechs Millionen Juden in ganz Europa gedacht wird, verbunden mit der Mahnung, Antisemitismus und Rassismus keinen Platz zu gewähren, wird in diesem Jahr bereits zwei Tage eher, nämlich am Mittwoch, 7. November um 17 Uhr erinnert.

Die Vorverlegung hat einen guten Grund: Als ganz besondere Gäste haben sich der Enkel des letzten Lehrers der jüdischen Volksschule und Vorbeters der Gemeinde, August Gottschalk, Naftali Yaari aus Rechovot/Israel mit seiner Frau Thiya und ihrem Sohn Uzi angesagt. Da es für sie terminlich nur an diesem Tag einzurichten ist, hat sich der Ökumenische Arbeitskreis entschlossen, die Gedenkveranstaltung zwei Tage vorzuverlegen.

Gestaltet wird die Gedenkfeier am Mittwoch um 17 Uhr von Schülerinnen und Schülern der Klasse 10c der Carl-Gittermann-Realschule Esens. Der Oberstufenchor des Niedersächsischen Internatsgymnasiums Esens (NIGE) mit fast 100 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Jan-Bernd Strauß wird mit seinen Liedern begleiten. Im Anschluss gibt es bei einer Tasse Tee noch Musik im August-Gottschalk-Haus, gespielt von zwei Musiklehrerinnen des NIGE.

Nach einem Artikel des Anzeigers für Harlingerland vom 5.11.2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.