Inklusion am NIGE 2013

Inklusion beginnt mit Bauarbeiten

Nach einem Artikel aus dem Anzeiger für Harlingerland vom 6.Juli 2013, von Klaus Händel

Philipp Strelow, zwölf Jahre, ist körperlich behin­dert. Die Arme sind verkürzt, er sitzt im Rollstuhl und wird von Michael Oest betreut. „Der Junge ist hochintelligent und hat große Freude am Ler­nen“, sagt Petra Palenzatis, die Schulleiterin des Nieder­sächsischen Internatsgymna­siums Esens . Verwal­tungsleiter Theo Vienna er­gänzt: „Ein Tablet-PC soll Phi­lipp das Lernen erleichtern. Weil die Krankenkasse die Kosten aber nicht überneh­men wollte, sind jetzt der För­derverein der Schule, der I.ions-Club Esens-Nordsee und ein Esenser Unterneh­men dafür aufgekommen.“

Philipp Strelow sei das Pa­radebeispiel für die Sinnhaftigkeit von Inklusion, erklärte die Schulleiterin weiter. Das Tablet leiste nicht nur einen Beitrag zum selbstständigen Lernen und Arbeiten, es öffne dem Schüler, der schon länger am NIGE unterrichtet werde, das Fenster zur Welt.

Die eigentliche Inklusion beginnt  im  kommenden Schuljahr mit voraussichtlich zwei weiteren Schülern. „Alle Schüler des NIGE werden ziel­identisch unterrichtet, das heißt: Sie alle sollen das Abitur machen.“

Um die Inklusion am NIGE umsetzen zu können, sind verschiedene Baumaßnah­men erforderlich, so Theo Vienna. „Sie sollen in den Sommerferien umgesetzt werden.“ So wird im Kunstge­bäude bereits ein Lift einge­baut und zusätzlich werden die Eingänge zu den einzel­nen Gebäude barrierefrei um­gestaltet. Dafür nimmt das Land als Schulträger 80 000 Euro in die Hand.

Die Gesamtkosten aller an­stehenden und bereits beim Land Niedersachsen bean­tragten Maßnahmen belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. „Das Internat ist zurzeit mit 132 Schülern bei 118 Plätzen zum kommenden Schuljahr so stark belegt wie noch nie“, so Petra Palenzatis. Der Insu­laneranteil beträgt 98 Prozent. Um die Schüler aufnehmen zu können, verzichten Mitarbei­ter auf ihre Sozialräume, die ebenfalls noch in den Ferien umgebaut werden müssen.

Nach einer Begehung des NIGE mit der heutigen Kultus­ministerin Frauke Heiligen­stadt geht die Schule davon aus, dass die in 2012 bean­tragten Gelder zeitnah fließen werden.

 

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