Der erste Tag der Talente im Schuljahr 2017/18

Foto und Bericht von Elise Bessert

Am 09.11.2017 fand der erste Tag der Talente am NIGE statt und hat mit einer Teilnehmerzahl von    132 Schülern wieder eine große Beachtung erfahren. Wenn man dazu rechnet, dass auch die Musical-AG mitsamt der NIGE-Band und der Licht- und Tontechnik-AG diesen ersten großen intensiven Übungstag für ihre anspruchsvolle Arbeit genutzt haben und ebenso der Knabenchor mit einem guten Gastsänger aus der Grundschule Dornum für das Adventskonzert geprobt hat, waren insgesamt 188 Schüler mit außergewöhnlichen und fordernden Projekten beschäftigt.

Endlich gab es auch wieder ein Sprachendorf; dort kamen zum Schluss zwei „native speaker“ aus den USA zum Einsatz, die sich für die Sprach-Situationen zum Thema „Shopping“ zur Verfügung stellten. So konnten die gelernten Vokabeln und Floskeln in einer vergleichbar echten Alltagssituation angewendet werden. Spielgeld und Produkte wurden gebastelt und Dialoge zuvor ausgedacht, aufgeschrieben und auswendig gelernt. So hatten auch die 4.Klässler eine Chance, intensiv Englisch zu sprechen. Die größeren älteren Schüler unterstützten sie dabei, waren aber zum Teil etwas unterfordert, da sie solche Situationen schon öfter durchgespielt hatten. Nur die beiden Gäste aus den USA, die zurzeit am NIGE weilen, waren auch für sie eine Überraschung.

Der Abakus, die Rechenmaschine aus der Antike, die heutzutage in Japan noch Wettbewerbe gegen den Computer ausficht und manchmal gewinnt, war das Thema des Mathe-Workshops. Die Kinder lernten, dass es Himmelsperlen (5er) gibt, und Erdperlen, die die eigentlichen Zählsteine darstellen sollen. Wer geschickt mit dem Hin- und Herschieben ist, kann superschnell rechnen. Interessant war es, sich selbst eine solche kleine „Rechenmaschine“ zu bauen. Original-Vorbilder aus China und Japan konnten bestaunt werden und eine einfachere Variante, die in Grundschulen benutzt wird, war zum Üben und Erklären da.

Im Workshop „freestylephysics“ galt es dieses Mal, ein Segelschiff aus Papier (!) mit Luftballonantrieb zu bauen. Dass ein solches Schiff natürlich einen tragfähigen Kiel braucht und die Frage des Antriebs auch geklärt werden muss, nämlich, ob der Luftballon im Boot integriert ist und auf irgendeine Weise das Schiff antreibt oder er von außen aktiv wird, waren knifflige Aufgaben. Zuletzt war das Gelingen einer Fahrt durch den Wasserkanal das entscheidende Kriterium, um den Wettbewerb zu gewinnen. Verständlicherweise waren die jüngeren Schüler der Grundschulen durch die vielen „Großen“ etwas verunsichert, aber da gemischte Mannschaften gebildet wurden, obsiegte zum Schluss der Teamgeist.

Wie man sich gut in einer Debatte behauptet und wie man seine Rede aufbauen sollte, lernten die Schüler im Workshop „Jugend debattiert“. Erst wenn man den Ablauf einer Rede automatisiert hat (Anfangsrede, Hauptteil, Schlussrede), hat man die Sicherheit des Auftretens und Überzeugens. Und wenn man dabei noch aufeinander eingeht, also die Argumente des Vorredners abwägt, ist man ein kompetenter, durchsetzungsfähiger, aber fairer Gesprächspartner.

14 „Assistenzärzte“ hatten ihren ersten Tag im „NIGEritus“, dem Lehrkrankenhaus. Nach einer Grundlagenüberprüfung anhand von Konzeptionsmodellen vom Körper und Organen und dem Skelett „Anton“ wurde der Fall eines ohnmächtigen und nierenkranken Mannes aufgearbeitet, der von seinem Freund ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Dazu mussten die „Ärzte“ regelgerecht eine Visite vornehmen, ein Meeting mit einer vorläufigen Diagnose abhalten, sie durch Tests überprüfen und letztendlich eine Therapie für diesen Patienten ausarbeiten. Die „Ärzte“ konnten zum Schluss eine Sichelzellenanämie diagnostizieren und Maßnahmen zur Heilung einleiten. Allen machte das In- die- Rollen- Schlüpfen und sie durchhalten viel Spaß!

Watt iseen „Büdel“? Nach der Teilnahme an diesem Workshop „Ostfriesland“, bei dem die Sprache Plattdeutsch einen großen Raum einnahm, wissen alle Bescheid. Da dort größtenteils bereits Plattdeutschkenner beisammensaßen, ging es vor allem um das Verbessern der Aussprache und des Wortschatzes, wozu eine Menge Spiele anregten, zum Beispiel das Spiel: „Mark di dat!“ (Memory). Theoretisch sind hier Kinder für den Plattdeutsch-Lesewettbewerb fit gemacht worden, einige haben sich für die Teilnahme empfohlen!

Im Workshop „Codes knacken“ kam zunächst wieder die mit Handarbeit hergestellte Caesar-Chiffrierscheibe zum Einsatz, um eine einfache Codierung zu erlernen, Nachrichten zu entschlüsseln und selbst Nachrichten zu verschlüsseln, die die anderen dann „knacken“ mussten. Die ersten Übungstexte waren noch recht einfach: Wenn man die einzelnen Wörter voneinander getrennt geschrieben sieht, kann man sich Einstiegswörter und demzufolge auch Anfangsbuchstaben zum Beispiel bei einem Brief erschließen. Dann geht die weitere Entschlüsselung recht einfach. Wehe aber, wenn die Leerstellen zwischen den Wörtern fehlen… Die Köpfe rauchten und auch der spätere Notebook-Einsatz hat die Anstrengung nicht unbedingt gemildert.

So gab es wieder jede Menge Anforderungen an die Teilnehmer, auch im Zentrum für Natur und Technik in Aurich (Energie-Erlebnis-Zentrum), wo die Kinder eingeladen waren, Lego Mindstorms-Roboter zu bauen und geeignete Programme für diverse Schwierigkeitsgrade zu entwickeln.

Vielen Dank an alle Beteiligten für das gute Gelingen, besonders an die Workshopleiter und die Vertretungsplaner, die dies mit ihrem Einsatz erst ermöglichen!