28.Schüleraustausch mit Harlingen ein voller Erfolg

Harlingen 115

Text und Foto von Klaus Händel. Zum 28. Mal seit 1988 gibt es einen in­tensiven Schüleraustausch zwischen dem Simon-Vestdijk-Gymnasium in Harlingern, Niederlande, und dem NIGE im ostfriesischen Harlingerland. Hier zu Gast ist in dieser Wo­che eine Schulklasse unter Leitung von Jonne Muller und Alies Zijlstra sowie als Team­leiter der Schule in Harlingen Dick Folkersma. Auf der Seite des NIGE wird der aktuelle Austausch von Christin Win­kelmann und Andreas Stekker betreut.

 

Harlingen 215

Seit der Ankunft der Gäste aus den Niederlanden und der Begrüßung im NIGE am Mon­tag arbeiten die Schüler bei­der Klassen in einer Projekt­woche mit sieben Themen­schwerpunkten eng zusam­men, erklärt Andreas Stekker. „Das Eis ist sehr schnell ge­brochen“, so Stekker. Und sei­ne Kollegin Christin Winkel­mann ergänzt: „Beide Klassen und die jeweiligen Partner passen optimal zusammen.“

Ziele des Schü­leraustausches sind das Anwen­den   einer   für beide       Seiten fremden     Spra­che – in diesem Fall Englisch, das Kennenlernen der Schulen und Schulsysteme sowie der regio­nalen       Kultur und   Lebensge­wohnheiten. Unterge­bracht   sind die   Schüler aus Harlingen deshalb       in den Familien der       NIGE-Schüler der Klasse „9FL3″.

Statt am täglichen Unter­richt   teilzunehmen,   haben sich die beiden Schulklassen in Kleingruppen – jeweils be­stehend aus Gästen und Gast­gebern die Themen Stadtfüh­rung, August-Gottschalk-Haus, Urlaub für drei ver­schiedene fiktive Familien im Raum Esens und Umgebung, einen Gastro-Guide inklusive ostfriesischer Teezeremonie, den Schulbau des NIGE, das NIGE heute und die Schule der Zu­kunft erarbeitet. „Und das alles auf Englisch“, be­tont Andreas Stekker.

Anschließend wurden die The­men für die jeweils übrigen Schüler vorgetra­gen oder – wie am Mittwoch die Stadtführung und eine Führung durch das August-Gottschalk-Haus,   Gedenk­stätte und Aus­stellung zur neueren Geschichte der   ostfriesi­schen   Juden im   ehemali­gen jüdischen Gemeindehaus von Esens – während einer Führung in die Praxis umgesetzt. „Sämtliche Erläuterun­gen wurden dabei wiederum auf Englisch gegeben“, so Christin Winkelmann.

Natürlich wird während des Schüleraustausches nicht nur hart gearbeitet. Es gibt auch Zeit zur freien persönli­chen Verfügung und ein ge­meinsames Programm. Dazu gehörte am Dienstag eine Schüler-Disco im Captain’s Bensersiel, auf der nach deutschsprachigen auch nie­derländische Titel für Begeis­terung sorgten, sowie gestern eine Tagesfahrt zum Weih­nachtsmarkt in Oldenburg.

„Vollkommen eigenständig organisiert haben die Schüler ein gemeinsames Schwim­men in der Nordseetherme in Bensersiel“, so Winkelmann. Von besonderem Interesse der Schüler aus Harlingen war auch die Teilnahme an einem Tanzkurs mit Standardtänzen. Solche Kurse würden in den Niederlanden eher selten an­geboten, das Interesse der Ju­gendlichen daran sei jedoch hoch, so Winkelmann.

Zu einer besonderen Über­raschung kam es am Mitt­woch während eines kleinen Empfangs der Gäste durch die Schulleitung des NIGE. Unter den Schülern ist Gijs Oswald, dessen Eltern in Harlingen das „Harlinger Aardewerk- en Tegelfabriek“ (eine Fliesen­manufaktur) betreiben. In sei­nem Gepäck hatte Oswald das absolute Unikat einer nach al­ter niederländischer Hand­werkskunst in blau handbe­malten Fliese, so wie es sie aus Harlingen   stammend   unter anderem im Museum „Leben am Meer“ in der Peldemühle in Esens zu sehen sind. Das Motiv der Fliese zeigt den Esenser Bären. Gijs Oswald überreichte diese einmalige Fliese an den kommissari­schen Schulleiter Tjark-Fok­ken Emken, der versprach, dass dieses Gastgeschenk im NIGE einen ganz besonderen Ehrenplatz bekommen soll.

Mit vielen neuen Eindrü­cken und gewonnenen Freundschaften treten die Schüler aus Harlingen heute ihre Heimreise an. Termin für den Gegenbesuch ist die Wo­che vom 7. bis 11. März. Schon jetzt wird im Internats­gymnasium darüber disku­tiert, wie dieses Gastgeschenk im kommenden Jahr zu toppen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.