100€ für plattdeutschen Autor: Jelto

Plattdeutsch 15 II

Bilder und Text: A. Buisman -„Wu kann man bloot so töffelig wesen, un sien Kusen-Klammer verleesen…“ so wurde es Jelto Jans­sen von seinen Eltern und sei­nem „Kusen-Klempner“ vor­gehalten.

Aus diesem Erlebnis textete der Schüler der Klasse 9L des NIGE eine plattdeutsche Geschichte, die ihm auf dem „Plattmoker für Jugendliche“ des Heimatver­eins für Stadt und Amt Esens, zum zweiten Mal den ersten, mit 100 Euro dotierten, Preis einbrachte. Köstlich erzählt er die Reaktion der Mutter auf den Verdacht, ein Hund kön­ne die „Kusen-Klammer“ ge­stohlen haben: „In disse Mo­ment kunn man ganz fein toekieken, wu de ganze Farf ut mien Moders Gesicht weken de“. Da deutet sich ein kom­mendes Talent als plattdeut­scher Autor an.

Platt Jelto 15

Aus dem Bereich häusli­cher Erlebnisse waren auch die Geschichten der fünf wei­teren Kandidaten. So von Ingo Uphoff von der Christian-Wilhelm-Schneider-Förderschu­le, der von einem Tag auf dem Bauernhof erzählte und da­von, wie er „de Höhner de Eier ünnert Mors wegklaut het“.

Oder die diebische Freude, die bei Jannik Janssen, eben­falls Schüler der Förderschule, aufblitzte, als beim Boßeln eine Boßelkugel „so ünnert Auto dörrollt is“; weniger schön: „De Autofohrer hett uns biet vörbiefohrn een Vo­gel wiest“. Martina Dirks, Leh­rerin der Förderschule und Ina Abken als Vertretungsleh­rerin, die sich in ihrer Schule auch um die plattdeutsche Sprache kümmern, begleite­ten ihre beiden Kandidaten.

Katzengeschichten erzähl­ten Bauke Janssen und Mi­chelle Post, beide Schülerin­nen des NIGE.

Michelles Katze war wegge­laufen und sie überlegte „een Vermisstenflyer toe drucken, mit een Bild van de Katt“, Bauke hing gleichfalls an ihrer Katze: „Van de Dag, as ik se dat erste mol sehn heb, weern we twee unzertrennlich“.

Rubina Wassern, Schülerin der     Carl-Gittermann-Realschule, erst vor drei Jahren mit ihren Eltern aus Afghanistan gekommen, las die Geschich­te von einem Weihnachtsge­schenk und gab weihnachtli­che Stimmung wieder: „ruken deiht dat Overall na Kookjes, Dannennadels und na Kek­sen“.

Hocherfreut über die jun­gen plattdeutschen Talente zeigte sich der Plattdeutsch­beauftragte des Landkreises Wittmund, Helmut Janssen aus Utarp: „Solche Veranstal­tungen tragen dazu bei, dass die plattdeutsche Sprache er­halten bleibt.“ Die Jury aus Brigitte Emken (Kulturamt der Stadt Esens), Helmut Oelrichs (Bürgermeister von Stedesdorf), Eibo Eiben (plattdeut­sches Urgestein) und Peter Peters (Vorsitzender des Hei­matvereins) hatte es nicht leicht; zu unterschiedlich die Geschichten und auch die Al­tersstufen der jungen Auto­ren.

Neben dem ersten Preis gab es deshalb auch keine weiteren Abstufungen, alle er­hielten kleine Präsente von Ostfriesischer Landschaft und einem Sponsor.

Zufrieden sein konnte Pe­ter Peters, Vorsitzender des Heimatvereins,  doppelt  so viele kleine Autoren wie im vergangenen Jahr nahmen teil.

Das lässt ihn für das nächs­te Jahr auf eine noch größere Resonanz hoffen.

Sein Dank ging an Oberstufenkoordinatorin Anja Renken-Abken und die Platt­deutschbeauftragte des NIGE, Anna Kubick, die den „Platt­moker“ unterstützt und die Aula des NIGE zur Verfügung gestellt hatten.

Nur: Publikum hätte man gerne mehr gehabt. Aber viel­leicht spricht sich ja dieser Anlass unter Freunden des Plattdeutschen herum.

Nach einem Artikel des Anzeigers für Harlingerland vom 17.11.2015

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