Premiere des NIGE-Musicals „Oliver“ 2014

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Bilder und Text Wilko Janßen HfH v. 24.3.2014.

In diesem Jahr wagten sich die Akteure an den sozialkritischen Roman von Charles Dickens.

„Es gibt immer wieder Grütze“, sangen die Schüler, als sie vorgestern Abend durch den Zuschauer­raum laufend auf die Bühne der Aula des Niedersächsi­schen Internatsgymnasiums Esens (NIGE) gelangten. Waren sie doch die jüngsten Darstel­ler des innerhalb eines Jahres einstudierten Schulmusicals „Oliver !“, natürlich basierend auf den bekannten sozialkriti­schen Roman „Oliver Twist“ von Charles Dickens. Die Pre­miere verfolgten 210 begeister­te Zuschauer.

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Auf der Bühne angekom­men, erwartete die Nach­wuchsschauspieler die erste Szene: Ein von Mr. Bumble (Luisa Peplow) und Mrs. Corney (Lea Bartelt) herrisch gelei­tetes Armenhaus für Kinder um 1850 irgendwo in London.

Nun wird auch das anfängliche Klagelied der Kinder verständ­lich, denn hier ist Schmalhans Küchenmeister. Doch Bewoh­ner Oliver Twist (Jantke Gei-ken), von seiner Mutter an das Armenhaus verkauft, begehrt auf. Das lässt sich Mr. Bumble nicht bieten, er verkauft den Jungen für drei Pfund an den Sarghändler Mr. Sowerberry (Esther Seifert). Doch dort wird Oliver auch nicht glücklich, nach einer Auseinanderset­zung mit Sowerberrys Lehr-lung Noah Claypole (Hendrik Siemens) flieht er und findet sich in den düsteren Straßen von London wieder. Als er dort Artful Dodger (Lina Janßen) kennenlernt, kommt der Junge vom Regen in die Traufe. Denn Dodger ist Teil einer jugendli­chen Diebesbande, die von Fagin (Klara Müller) angeführt wird. Oliver ahnt zunächst nicht, welches kriminelle Handwerk die Gruppe nach­geht. Doch schnell wird der Junge  in   die  Kunst  des  Taschendiebstahls eingeführt. Noch gefürchteter in der Lon­doner Untergrundszene als Fagin ist der Hehler Bill Sikes (Isa­belle Esper), dessen Lebensge­fährtin Nancy (Laura Konken) ein freundschaftliches Verhält­nis zu Oliver entwickelt.

Für den Protagonisten bringt gleich die erste Diebes­tour eine schicksalhafte Begeg­nung. Denn Oliver wird fälschlicherweise verdächtigt, den gutmütigen älteren Herrn Brownlow (Pascal Jahnke) bestohlen zu haben. Brownlow nimmt Oliver sogar bei sich zu Hause auf – zum ersten Mal winkt dem Jungen ein Leben in bürgerlichen Verhältnissen. Für Fagin und Sikes stellt diese Möglichkeit eine große Gefahr dar, schließlich könnten sie von   Oliver  verraten  werden. Der Junge wird schließlich von den Kriminellen entführt, Nan­cy wendet sich vertrauensvoll an Mr. Brownlow. Es kommt zu einem dramatischen Finale, an dessen Ende Nancy und Sikes sterben. Versöhnlich am Schluss aber immerhin für Oli­ver, dass sich Brownlow als sein Großvater entpuppt und ihn tatsächlich bei sich wohnen lässt.

Dickens zeigt in seinem Ro­man, was es bedeuten konnte, zu Zeiten der Frühindustriali­sierung ein Kind der sozialen Unterschicht zu sein. Bei der Umsetzung als Musical orien­tierte sich das NIGE an die Ver­sion von Lionel Bart aus dem Jahr 1960, die damals große Er­folge am New Yorker Broadway und am Londoner West End feierte. Nun schon zum dritten Mal inszeniert die Arbeitsge­meinschaft der Schule ein Mu­sical, wie gewohnt unter der Leitung von Christine Lier und Armin Hoyer.

Lier erfreut: „Dieses Musical gab es her, nicht nur besonders viele, son­dern auch Schüler aus den unteren Jahrgangsstufen als Darsteller einzusetzen.“

Und unmittelbar vor der Premiere bereiteten zwei pro­fessionelle Maskenbildner vom NDR die Schauspieltalente auf ihren Einsatz vor – das NIGE hatte eine entsprechende Ak­tion gewonnen. Genauso professionell war die Beleuchtung und der Ton, die unter der Leitung von Knut Blanke und seinem Team hochmodern von Computern unterstützt , das hohe Niveau der Aufführung unterstrichen. Die Musical-Band unter Eberhard Nolopp brachte die Musik von Lionel Bart zu einem Hochgenuß.  Das Bühnenbild und die Kostüme hatten einen großen Anteil daran sich real in die Zeit und nach London versetzt zu fühlen. Dank und Lob an alle Beteiligten.

www.harlinger.de

 

 

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