Gaia Scuda berichtet vom Freiwilligendienst in Ghana

Nach einem Artikel aus dem Anzeiger für Harlingerland vom Februar 2013

ScudaGaia Scuda, Abiturientin des Nie­dersächsischen Internats­gymnasiums Esens, entschloss sich 2011 nach dem Abitur, ein einjähriges Ereiwil­liges Soziales Jahr (FSJ) in Afri­ka zu leisten. Sie bewarb sich beim DRK und bekam eine Stelle in einem Waisenhaus in einer kleinen Stadt westlich von Accra an der Südküste von Ghana vermittelt.

Allerdings, so teilt Axel Heinze für den Lions Club Esens-Nordsee mit, muss für solche Stelle ein Eigenbeitrag geleistet werden, der ihre eigenen Mittel überstieg. Sie wandte sich mit der Bitte um Unterstützung an ihren Be­kanntenkreis und gelangte damit auch an den Lions Club Esens-Nordsee.

Der Club hielt ein solches En­gagement für sinnvoll und unterstützte die Aktion mit einem wesentlichen Beitrag. Gaia versprach, dafür im Gegenzug über ihre Erfahrun­gen zu berichten.

Ihre ersten Berichte per E-Mail stellten die für unsere Verhältnisse katastrophalen Zustände in dem Waisenhaus dar,   sodass   sich   der   Club spontan entschloss, ihr zu­sätzlich einen Betrag von 1000 Euro zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollte Gaia in eigener Verantwortung in dem Waisenhaus Hilfe leisten. Jetzt, nach Abschluss des Jah­res, berichtete sie im Club über ihre Erfahrungen und legte Rechenschaft über die Verwendung der Spende ab.

Gaias Arbeit in dem Wai­senhaus zusammen mit einer anderen FSJ-lerin bestand im Wesentlichen in der Betreu­ung der Kinder in einer Fünf-Tage-Woche. Dazu gehörte, neben dem gemeinsamen Ko­chen die Betreuung von Haus­aufgaben und die Beschäfti­gung der Kinder sowie die Ge­sundheitsfürsorge.

Das Waisenhaus war von einer Ghanaerin gegründet, aber nicht vollständig ausge­stattet worden. Es fehlte in vielen Bereichen an den not­wendigsten Dingen. Die Spende wurde dazu genutzt, Teile des Hauses fertig zu streichen, Arbeiten an der Elektrik vorzunehmen, ein Klassenzimmer einzurichten, aber auch für den Einkauf von Lebensmitteln, wenn die Eigenmittel des Hauses nicht ausreichten. Zum Abschluss erhielt jedes Kind noch eine Schultasche mit den notwen­digen Arbeitsmaterialien.

Während ihres Aufenthal­tes in Ghana wohnte Gaia Scuda in einer Gastfamilie in der Nähe des Waisenhauses, sodass sie ihre Arbeit zu Fuß erreichen konnte. Im Laufe des Jahres hatte sie auch die Gelegenheit, das Land mit sei­ner Kultur und seiner natur­räumlichen Ausstattung ken­nenzulernen.

Es erstreckt sich vom feuchttropischen Süden bis in die Savanne im Norden. Im Nachhinein ist Gaia Scuda froh, dieses Jahr erlebt zu ha­ben. Dadurch schätze sie das Leben in Deutschland heute ganz anders ein. „Es gehört Durchhaltevermögen dazu, bei einer ganz anderen Men­talität der Bevölkerung und einem ganz anderen Nah­rungsspektrum solch ein Jahr durchzuhalten. Aber es ist eine wichtige Erfahrung für die Gestaltung meines weite­ren Lebens“, so das Fazit der FSJ-lerin.
Gaia Scuda kann es ande­ren Schulabsolventen nur empfehlen, solche Erfahrun­gen zu sammeln, bevor man in das Berufsleben einsteigt. Lions-Präsident Udo Rieken bedankte sich für den Bericht.