Der zweite Tag der Talente am NIGE (30.01.2020)

Schon war es wieder soweit: Das NIGE wurde in diesem Schuljahr das zweite Mal zur Versuchsanstalt. 19 Grundschüler experimentierten im Workshop „Chemie im Alltag“ mit Farbverläufen, Zuckerwasserschichtung, Flammenfärbung, Verkupferung von Münzen und der faszinierenden Konsistenz von Stärke. Zum Beispiel wurden die Münzen in Salzsäure gereinigt (Vorsicht: nicht ohne Schutzbrille!!!) und dann mithilfe von Kupfersulfat und Zinkiodid zu kupfernen Centstücken verarbeitet. – Faszinierend: Das mit Lebensmittelfarben gefärbte Zuckerwasser schichtete sich übereinander, ohne sich zu vermischen. Ganz normale Kaffeefilter wurden durch die Wässerung zu bunten Blumen und die Flamme des Bunsenbrenners färbte sich je nach Stoffzusatz, in den die Kinder den Brennstab eingetaucht hatten, zu bunten Fackeln.

Im Workshop „freestyle physics“ gab es heute die Aufgabe, eine tragfähige Modellbrücke für Los Santos, die Los Angeles nachempfundene Stadt aus dem gleichnamigen Computerspiel,  im Maßstab 1:1000 zu bauen. Die Maße wurden vorgegeben, desgleichen das, was die Brücke im Wettbewerb auszuhalten hatte. Hörte sich gut an, war aber nicht ganz einfach, denn auch die Materialien waren vorgegeben: Papier und Tesafilm in möglichst geringem Verbrauch sollten die einzig verwendeten Baustoffe für diese Brücke sein. Im Wettbewerb wurden dann die vorgegebenen Bewertungskriterien abgeprüft: Stabilität, Kreativität, Ästhetik, Teamwork. Die Bilder vermitteln eindrucksvolle Ergebnisse.

Mithilfe des Programmierprogramms „Scratch“ sollten eigenständig Computerbewegungsspiele, wie zum Beispiel das „Autorennen“ entstehen. Dazu mussten Befehle korrekt aneinandergereiht werden. Das erreicht man natürlich nicht ohne vorherige Übung: Also mussten die Teilnehmer zunächst einmal den Anfangsbuchstaben ihres Vornamens mithilfe dieser Programmiersprache schreiben. Gar nicht so einfach, wenn der Anfangsbuchstabe zum Beispiel ein „S“ ist… Erst im nächsten Schritt kommt man dann zum Programmieren komplexerer Spiele. Natürlich müssen auch die Computer durchhalten, so manch Akku ging dabei „in die Knie…“.

Im Workshop „Abacus-Rechnen“ gab es viel zu lernen: Zunächst einmal musste das System des Abacus verstanden werden und Zahlen gelegt und gelesen werden können, von rechts nach links, von den Zehnern zu den Hunderten und weiter bis zu den Tausendern. Im nächsten Schritt wurden die Rechenwege für einfache Aufgabenstellungen (z.B. 7 = 10-3) bis hin zu dreistelligen Zahlen geübt, bevor es zum schwierigen Subtrahieren ging. Die Köpfe rauchten und es war anstrengend, aber den Kindern machte es Freude, sich selbst ihre „Rechenmaschinen“ aus Papier, Holzstäbchen und bunten Ringen zu bauen und damit tatsächlich zu rechnen. Wozu braucht man noch Taschenrechner?

Beim Zentrum für Natur und Technik in Aurich (Teil des „Energie- und Erlebnis-Zentrums“) durften die Kinder ein Krankenhaus-Szenario bespielen, in dem die Roboter erst eine Strecke hin und anschließend zurückfahren mussten. Schwieriger wurde es, als dann noch die Fahrt um eine Kurve auf Knopfdruck dazu kam. Zuletzt sollten sie dann einen Parcours abfahren, in dem mehrere Rechtskurven und lange Strecken überwunden werden mussten. Hier wurden auch der Drucksensor genutzt und die Länge der Strecke mathematisch berechnet und anschließend Feineinstellungen gemacht. All das verlangte hohe Motivation und Konzentration und jeder musste mitwirken, denn in Zweier-oder Dreiergruppen galt es sich gut abzusprechen.

Auch bei den Musicalproben ging es hoch her. „Der kleine Horrorladen“ liegt in den letzten vorbereitenden Zügen für die Premiere im März. Ich platzte gerade in eine Phase, in der die Choreographie der Tänze (hier der finale Tanz) eingeübt wurde. Es kostet ganz schön viel Schweiß, bis jeder Schritt in der Gruppe der Darsteller sitzt. Aber auch die gesamte Logistik für die Aufführung, d.h. der Kartenvorverkauf, das Beiblatt und die Werbung müssen geplant und vorbereitet werden. Es gibt also viel zu tun und das merkte man an der fiebrigen Geschäftigkeit in der Aula und im Lehrerzimmer. Möge das Werk gut gelingen, es freuen sich alle auf die Aufführung.

Seit längerer Zeit gab es dieses Mal auch wieder ein Angebot für den bilingualen Geschichtsunterricht. Auf Englisch wurde das historische Thema der großen mittelalterlichen Pestwelle (The black death) erschlossen und in kleinen Videos und Podcasts durch spielerische Berichterstattung verarbeitet und den Schülerinnen und Schülern nahegebracht. Sie gestalteten diese Dokumentationen wie auch bei reellen Geschichtsdokumentationen mithilfe von Interviews von Zeitzeugen, Bildern und narrativen Elementen. So konnten sie sich in das geschichtliche Thema hinein versetzen und es vertiefend behandeln. Das ist gelebte Geschichte!

Für den Wettbewerb „Jugend debattiert“ traf sich wieder eine kleine, aber diskussionsstarke Gruppe, um sich weiter vorzubereiten. Dabei waren sie sich selbst die strengste Jury….: „Soll der öffentliche Personennahverkehr deutschlandweit kostenfrei sein?“ Mit dieser Frage setzten sich die Schüler auseinander. Neben Klimaschutz und Infrastruktur musste dabei auch der Kostenpunkt berücksichtigt werden. Nach einer kurzen Recherche zum Thema wurden im Anschluss intensiv Pro- und Kontraargumente ausgetauscht. Dabei ging es vor allem auch darum zu klären, ob die Maßnahme überhaupt geeignet ist, um den Verkehr zu entlasten und ob eine Steuer eingeführt werden soll, um die Maßnahme zu finanzieren oder auch wie das Streckennetz auf dem Land ausgebaut werden kann. Während der Debatte machte sich die Jury Notizen, um am Ende bewerten zu können, wer am überzeugendsten war. In der Rückmeldung erhielten die Debattanten noch ein paar Tipps, wie sie ihre Argumentation weiter stärken können, damit sie beim Regionalentscheid des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ gewinnen werden.

In der „digitalen Schreibwerkstatt“ galt es wieder die eigene Phantasie spielen zu lassen. Kreative Einstiegsideen mussten weitergesponnen werden, das nötige Schreibmaterial, wie zum Beispiel geeignete Adjektive o.ä. wurden vorweg gesammelt und brainstormartig sortiert. So konnten mit den guten Ideen eines jeden einzelnen Teilnehmers 14 ganz neue Weiterführungen oder ganz eigenständige Interpretationen bekannter Geschichten/Märchen entstehen, die später in einem „Sammelband“ herausgegeben werden sollen. Und so ganz nebenbei erweitert man seinen Wortschatz und seine Rechtschreibkenntnisse…

Also alles in allem ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Angebot, das von den Teilnehmern gut angenommen und umgesetzt wurde. Vielen Dank allen Beteiligten für ihre unendlichen Mühen und den indirekt betroffenen Kolleginnen und Kollegen für ihre Geduld!

Bericht von: Elise Bessert

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